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KONTEXT LABOR BERNAU - Ein Kunstprojekt im öffentlichen Stadtraum

KONTEXT LABOR BERNAU ist als ein Ort der Begegnung und des Austausches zwischen den BewohnerInnen der Stadt Bernau bei Berlin und jungen internationalen KünstlernInnen konzipiert. Der Projekttitel beschreibt einerseits den starken örtlichen Bezug und andererseits die Leidenschaft fürs Experimentieren, um so das Bernauer Publikum einzuladen sich auf etwas Neues einzulassen.

Das Kulturamt der Stadt Bernau bei Berlin und das Institut für Kunst im Kontext der UdK Berlin entwickeln seit Oktober 2013 dieses ehrgeizige Kunstprojekt mit der Absicht, Potentiale partizipatorischer, temporärer und interventionistischer künstlerischer Ansätze im urbanen Sozialraum zu erkunden. Neun KünstlerInnen, aus acht Ländern, die Kunst im Kontext studieren, beschäftigen sich themenbezogen mit Lokalgeschichte und mit Geschichten der BewohnerInnen. Seit Mai 2014 sind sie in Bernau unterwegs und forschen mit Menschen vor Ort, um dann darauf bezogene Kunstwerke zu entwickeln und umzusetzen. Die Ergebnisse werden als Ausstellungen und Aktionen an verschiedenen Standorten im Stadtraum vom 14. September bis 7. November zu erleben sein.

 

KONTEXT LABOR BERNAU PROJEKTE 2014

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 


Jenseits der Gegenstände: Ein Museum im Kantorhaus

Alexis Hyman Wolff (USA)
In Zusammenarbeit mit BewohnerInnen
 

Im ältesten Wohnhaus Bernaus, dem Kantorhaus, befindet sich zur Zeit eine Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit Bernauer BürgerInnen entstanden ist und das Persönliche und das Historische zusammen bringt. Zu sehen sind Gegenstände, die BernauerInnen zuhause aufbewahren, weil sie mit persönlicher Bedeutung oder Erinnerungen behaftet sind. Anhand dieser Objekte und den mit ihnen verbundenen Erzählungen ist ein temporäres Museum entstanden, in dem Geschichte und Wissen, wie sie aus Lebenserfahrung und Sammeltätigkeit hervorgehen, erforscht und weitergegeben werden. In einer künstlerischen Raumgestaltung werden die Ergebnisse aus diesem experimentellen Forschungsverfahren vorgestellt, die gleichzeitig eine Reflexion des persönlichen Gedächtnisses als historische Quelle darstellen. Dort findet man zum Beispiel eine Nähmaschine, die die kreativen Tätigkeiten einer Künstlerin begleitet hat; ein Sammelband von William Shakespeare, der während einer Bombardierung im 2. Weltkrieg gerettet wurde; oder eine selbstgeschriebene Chronik einer DDR-Hausgemeinschaft aus einem Bernauer Neubaublock.

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An der Stadtmauer, Videoportrait eines Plattenbaus

Alien Oosting (Niederlande)
In Zusammenarbeit mit Schülern des Barnim-Gymnasiums Bernau: Timo Kuckelkorn, Annika Prauser u.a.

 

In Zusammenarbeit mit einer Gruppe von fünf Gymnasiasten wurde Kontakt zu Bewohnern eines Häuserblocks aufgenommen, um Leben und Zusammenleben der letzten 35 Jahre zu reflektieren. Als historische Referenz und ausgewähltes Beispiel verwenden die Schüler alte Fotoalben, die den Umbau der Bernauer Innenstadt dokumentieren und die von einer gleichfalls fünfköpfigen Schülergruppe in den 1970er Jahren zusammen getragen wurden. So präsentiert die Ausstellung „An der Stadtmauer, Videoportrait eines Plattenbaus” im Mühlentor die Geschichte dieses Häuserblocks im Zusammenhang mit der allgemeinen Stadtplanung. Die Besucher haben Gelegenheit, den Entwicklungsprozess des Videoprojekts zu verfolgen. Thematisiert wird darin das Verhältnis zwischen individueller Lebensgestaltung und städtischer Bauplanung. Es wurden sowohl persönliche Erzählungen und Bildmaterialien der Bewohner als auch Materialien öffentlicher Archive gesammelt. Das Videoportrait, ein Film, der in Zusammenarbeit mit SchülerInnen und BewohnerInnen entstanden ist, wird am 24. Oktober während eines Hoffestes fassadendeckend projiziert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Henkerhaus 1, 16321

Giannis Delagrammatikas/Malvina Panagiotidi (Griechenland)

 

Das Projekt Am Henkerhaus 1, 16321, eine intermediale Installation im zentralen Ausstellungsraum im Henkerhaus des Heimatmuseums der Stadt Bernau, ist eine zeitgenössische Allegorie, die das Phänomen der Hexenjagd, deren Aktualität und kulturelle Transformationen bearbeitet. Während des 16. und 17. Jahrhunderts fanden in Deutschland mehr Verfolgungen als in anderen europäischen Ländern statt und Bernau ist ein Teil dieser Geschichte. Die Hexenjagd ist als Phänomen in ihrer Verbindung mit der sozioökonomischen Geschichte des frühen modernen Europas besonders interessant. Ihre Analyse meint nicht nur die sozialen und kulturellen Aspekte der Neuzeit, sie bezieht auch die beginnende Entwicklung des frühen kapitalistischen Systems inklusive seiner Entfernung von der Natur mit ein. Die Hexenjagd verdeutlicht beispielgebend das Auseinanderdriften von Kapital und Gemeingut. Was verkörpern eigentlich die Hexen?
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ich habe meine wunden weiß gezeichnet

Christoph Szalay (Österreich)
In Zusammenarbeit mit Teilnehmerinnen der FRAKIMA-Werkstatt: Mandy Westphal, Lea Bathelt, Petra Stolle, Kerstin Traskowski, Julia Clara Baeckes

 

Im Rahmen des Projekts ich habe meine wunden weiß gezeichnet hat ein Workshop über mehrere Wochen hinaus mit fünf am Schreiben interessierten Personen aus der FRAKIMA-Werkstatt stattgefunden. Dabei war das Ziel des Dichters Christoph Szalay, sich den beiden Begriffen Wunde und Einsamkeit zu nähern, um so mit seinem größeren Anliegen zu beginnen. Als Dichter möchte er ein Archiv an Texten zum Thema Wunde einrichten und zwar zusammen mit Menschen aus allen Ecken der Welt sowie mittels seines Suchens in Literaturquellen. Was bedeutet mir Einsamkeit; was sind meine Wunden, die ich trage, die die Stadt trägt, durch die ich mich Tag für Tag bewege? Das war die Fragestellung, mit der das gemeinsame Schreiben in Bernau anfing. Die daraus entstandenen Texte werden als Buch in limitierter Auflage erhältlich sein sowie öffentlich in mehreren Lesungen präsentiert werden. In Form einer textbasierten Intervention im öffentlichen Raum ist eine Auswahl an Texten im Bernauer Stadtgebiet zugänglich.

 

Standort: Klementstraße 10/Angergang, Wandfläche/Giebelseite an der Feuerwehr

Öffnungszeiten: Installation durchgehend zugänglich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Going Public

Jonathan Ryall (Großbritannien)
In Zusammenarbeit mit BernauerInnen

 

Going Public möchte die Beziehungen zwischen Bürgern und Kunst im Stadtraum temporär verändern. Das Ziel ist es, die Sichtweisen der BewohnerInnen in Bezug auf Kunst im Stadtraum zu thematisieren. Die Begegnungen mit Passanten auf der Straße führt der Künstler seit Juli durch.
Ab 15. September können die Interessierten am Workshop im für das Projekt eingerichteten Pavillon im Stadtpark teilnehmen. Der Künstler bietet Spaziergänge an, bei denen die vorhandene Kunst in der urbanen Landschaft diskutiert wird, um dann zusammen Ideen für Kunst im Stadtraum zu entwickeln. Der Einstieg in den Workshop ist jederzeit möglich.
Die Ergebnisse der Spaziergänge, neue Ideen und Ansätze für Kunst im Stadtraum, werden als Zeichnungen, Collagen und Texte im Pavillon als eine wechselnde Ausstellung präsentiert. Gleichzeitig ist der Pavillon Treffpunkt und Workshopraum.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So spreche ich mich los – Sitzgelegenheiten

Lisa Schwalb (Deutschland)
Mit Teilnahme der BewohnerInnen/Passanten
 

Wie bildet sich die öffentliche Meinung? Wie bildet sie sich hier? Warum Meinungsfreiheit? Und wie lässt sie sich praktisch verstehen? So lautet die Fragestellung dieser künstlerischen Intervention im öffentlichen Raum Bernaus. So spreche ich mich los – Sitzgelegenheiten, beschäftigt sich mit der Praxis und den Orten des freimütigen Sprechens in der Gesellschaft. Die begehbare und bespielte Installation – ein Sprech-, Hör- und Sitzkasten – ist als temporärer Ort im Stadtraum gedacht, an dem sich Zuhörer und Sprecher finden können. Eingeladene und spontane Zuhörer können Hör- und Sitzgelegenheit wahrnehmen und somit den anderen die Möglichkeit geben, gehört zu werden, aber auch Verschiedenstes selbst zu hören. Ob bei Kaffee und Kuchen vor dem Sprech-, Hör- und Sitzkasten oder als Sprecher neben dem Zuhörer sitzend, alle sind dazu eingeladen, sich los zu sprechen. Was werden wir hören? Was sagen? Was möchten Sie hören? Was möchten Sie sagen?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frauenbilder Bernau

Valentina Utz (Chile)
In Zusammenarbeit mit einer Gruppe Bernauer Seniorinnen

 

Wie hat sich die Rolle der Frau in der Zeit verändert? Was haben Bernauerinnen in unterschiedlichen Zeiträumen erlebt? Was haben Frauen ab 60 den anderen Generationen zu sagen? In dem Projekt-Workshop haben die Bernauerinnen die Rolle der Frau sowie deren Positionierung im Alltag, im Beruf und in der Familie in verschiedenen Zeiten hinterfragt und reflektiert. Ergebnisse des mehrfachen Zusammenkommens sind selbstgestaltete Texte zum Thema. Die Texte wurden dann in eine Verbindung mit Körperbewegungen gestellt und so entsteht eine Choreographie, die sich im öffentlichen Raum verortet. Absicht ist es, die Präsenz der Seniorinnen in der Öffentlichkeit und somit in der Gesellschaft zu stärken. Durch das gemeinsame Erleben fördert das Projekt den Teamgeist, die Kreativität und die Kommunikation zwischen den Teilnehmerinnen sowie ihr Selbstbewusstsein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Museum Bernau-Süd

Jelena Fuzinato (Bosnien und Herzegowina)
In Zusammenarbeit mit Brigitte Albrecht, Irina Gerzew, Peggy Kretzschmar, Anja Lehman, Irina Melnikova, Jaroslav Melinkov, Dominik Saratow, Galina Saratow, Katja Sharapova, Emma Tagowzew, Anastasia Wischnakow
 

Museum Bernau-Süd ist eine ortsspezifische Serie von Kunstwerken, in der Alltagsaktivität und künstlerische Intervention einander nah kommen. Dieses in mehreren Wohnungen verteilte, dezentralisierte Museumsprojekt kann nach Vereinbarung und in organisierten Führungen besichtigt werden. Entstanden ist es in Zusammenarbeit mit BewohnernInnen in ihren Privaträumen. Im Gegensatz zu so genannter institutionalisierter Kunst werden hier Zeichnungen, Objekte und Geschichten nicht aus der Lebenswelt herausgenommen, um sie dem Publikum in einer kulturellen Einrichtung zu präsentieren. Hier befinden sich die Kunstwerke in privaten und zugleich sozialen Räumen. Sie bleiben im privaten Besitz der Personen, die am Projekt teilnehmen. Das Ziel ist es, die Bedeutung des subjektiven, sozialen und kulturellen Erbes zu untersuchen und die Alltagsgeschichte der Menschen vor Ort durch künstlerische Arbeiten sichtbar zu machen.

 

 
 
 
 
 
 

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