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4. Station: Traumstadt

Mit der Nebenstelle des ehemaligen Heeresbekleidungamts nähern wir uns einem Ort mit wechselvoller Vergangenheit. Es diente als Lager und zur Fabrikation von Uniformen und Armeezubehör, nicht nur der deutschen Wehrmacht in den 30er - 40er Jahren, sondern auch der sowjetischen Armee noch bis 1992.

Heute ist der markante viertelkreisförmige Gebäudekomplex stark verfallen und regt die Bernauer Bürger an, verschiedene zukünftige Nutzungsmodelle zu diskutieren. Im Jahr 2002 hat sich der Förderverein Panke-Park Kulturkonvent Bernau e.V. mit dem Auftrag das verwahrloste Gelände in eine soziale und kulturelle Nutzung zu überführen gegründet. Vor kurzem wurde das Gelände am Schönfelder Weg in Teilen an einen privaten Eigentümer zur Flächenrevitalisierung veräußert. Ziel des Bebauungsplanes ist - bei Erhaltung der Hauptgebäude - die Entwicklung eines allgemeinen Wohngebietes für ca. 500 Wohnungen. Bernaus Bevölkerung nimmt stetig zu. Viele Berliner zieht es aufgrund der günstigeren Wohnkosten und dem Wunsch nach einem Leben im Grünen nach Bernau.

Wie soll sie aussehen, die zukünftige Traumstadt Bernau? Was soll gebaut werden? Wo und wie möchten die Menschen hier wohnen?
An unserer vierten und letzten Station wollen wir die Energien möglichst vieler unterschiedlicher lokaler Akteure bündeln und gemeinsam die Traumstadt Bernau erschaffen.

März - Mai 2018


ksb  
 

3. Station: Klangkollektiv

In der Überzeugung, dass Bauen die Gestaltung von Lebens-vorgängen ist, schufen der Bauhaus-Direktor Hannes Meyer und sein Partner Hans Wittwer im Auftrag des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) 1928 - 1930 im Bernauer Stadtforst einen Schul- und Internatskomplex, ein Bauwerk der klassischen Moderne. Diesen Juli wurde das Bauhausdenkmal Bundesschule in die Liste der UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen. Die Vorbereitungen zum 100-jährigen Bauhaus-Jubiläum (2019) laufen ebenfalls.

Heute wird das Gebäudeensemble, nach einer Reihe von Umnutzungen, von der Handwerkskammer Berlin erneut als Internat für ein Bildungs- und Innovationszentrum (BIZWA) genutzt. Dort werden Handwerkslehrlinge und Gesellen aus- und fortgebildet. Außerdem begegnen wir auf dem Campus den Schülern des Oberstufenzentrums Barnim und des Barnim Gymnasiums. In den Sommerferien findet seit 2015 eine internationale Sommerschule mit Künstlern und Wissenschaftlern statt. In direkter Nachbarschaft, ebenfalls im Bernauer Stadtteil Waldfrieden, entstand in der ehemaligen Waldarbeiterschule eine Notunterkunft für 150 Geflüchtete.

Die Architekten Meyer und Wittwer hofften durch die Formgebung der Architektur und die Gestaltung der Räume das Zusammenleben im Kollektiv positiv zu beeinflussen. An unserer 3. Station beziehen wir uns auf den von Meyer geprägten Begriff der "vertikalen Brigaden", in denen Studierende verschiedener Studienjahre beim Bau der Bundesschule zusammenarbeiteten. Wir widmen uns seiner übergreifenden Idee von Gemeinschaft: Gemeinsam mit dem amerikanischen Komponisten Bill Dietz werden wir für einen Moment die unterschiedlichen menschlichen Gruppierungen auf und um den Campus über akustische Mittel zum utopischen Kollektiv werden lassen.

August 2017: Recherche und Workshop während der International Summer School Bauhaus Denkmal Bundesschule Bernau

September 2017: Workshop mit Schülern des OSZ Barnim und des Barnim Gymnasium Bernau

FR 15. September 2017, 13.30 Uhr : Präsentation des Klangkollektivs in der Bauhaus Bundesschule Bernau mit Schülern des OSZ Barnim und des Barnim Gymnasium Bernau

SO 1. Oktober 2017, 14 Uhr : Präsentation des Klangkollektivs in der Bauhaus Bundesschule Bernau zum Tag der Stiftungen


Partner:

bauhausdenkmal bundesschule bernau e.V.
Handwerkskammer Berlin
International Summer School
Barnim Gymnasium
OSZ Barnim

ksb

 

2. Station: Brüder der Landstraße

Gustav Lilienthal, Bruder des Flugpioniers Otto Lilienthal, ist weniger bekannt, war aber ein nicht minder großer Erfindergeist. Teils widmete er seine Zeit ebenfalls dem Traum vom Fliegen, aber vor allem war er Architekt, Reformer, Initiator und Unterstützer von Sozial- und Siedlungsprojekten.

Von ihm stammt die Idee der "zerlegbaren Häuser". Ausgangspunkt und Inspiration mag dafür der spektakuläre Umzug der Lazarus-Kapelle von Berlin nach Lobetal nahe Bernau, und ihr dortiger Wiederaufbau gewesen sein. Pastor Friedrich von Bodelschwingh gründete 1905 die Arbeiterkolonien Hoffnungstal und Lobetal. Durch „Arbeit statt Almosen“ sollte das Selbstwertgefühl obdachloser Männer gestärkt und ein Neuanfang geboten werden. Gustav Lilienthal wurde von Bodelschwingh beauftragt für die obdachlosen Arbeiter schnellen und günstigen Wohnraum zu entwerfen und umzusetzen. Rasch entstanden für die "Brüder der Landstraße" mehrere Baracken mit Einzelstübchen.

In unserer 2. Station spannten wir ausgehend von Lilienthals historischer Idee der "zerlegbaren Häuser" einen Bogen zum immer aktuellen Bedarf vom preiswerten und komfortablen Wohnraum.

PROGRAMM

SA 6. Mai 2017 "Brüder der Landstrasse"- Festumzug, Kunstaktion & Grillparty

SO 7. Mai 2017, 15 Uhr "Gustav Lilienthal und das Recht auf Wohnen" - Experten-Picknick im Park

FR 12. Mai 2017, 21 Uhr "Die Stadt als Beute"- Freiluft-Filmabend im Park

SA 13. Mai 2017, 11 Uhr "Little Home" - Workshop im Park

SO 14. Mai 2017, 15 Uhr "Recht auf Wohnen : Tendenzen und Initiativen" - Podiumsgespräch im Park

Alle Veranstaltungen fanden im Bernauer Stadtpark statt.

 

Partner:

Hoffnungstaler Stiftung Lobetal
BeSt Bernauer Stadtmarkting GmbH

         ksb 

 

1. Station: Heimkino

Die stadtplanerischen Brüche der jüngeren Geschichte sind in Bernau deutlich sichtbar. Die historische Innenstadt wurde von 1974-1989 großflächig abgerissen und durch eine 2-4 geschossige Plattenbauarchitektur ersetzt. Welche Ideale waren maßgeblich für die Entstehung der Plattenbausiedlung? Welche Spannungsverhältnisse entstanden im Zusammenhang mit ihrer Umsetzung? Wer wohnt hier heute und wie lebendig ist die Nachbarschaft?

Im Archiv des Museums lagern Pläne und Modelle für die Stadtumgestaltung. Teils blieben sie Utopie, eine Reihe von Punkthochhäusern sollte in Konkurrenz zu den mittelalterlichen Kirchtürmen treten, teils wurden sie in Form der "angepassten Bebauung" realisiert. Dieser städtische Umbau Bernaus ist ein auch heute noch emotional hochbesetztes Thema. Aktuell führen wir Interviews mit Zeitzeugen sowie mit Bewohnern der Plattenbauten über ihre Erfahrungen und Erlebnisse. Gemeinsam betrachten wir Bildmaterial der 70er und 80er Jahre aus dem Bernauer Museumsarchiv. Oftmals erhalten wir auch von unseren Gesprächspartnern persönliches Dia- und Fotomaterial aus der Zeit.

Im Dezember 2016 und im Februar 2017 präsentierten wir in einer Ausstellung im Kantorhaus die Fundstücke unserer Recherche  sowie aus dem Bildmaterial eigens erstellte und mit den individuellen Kommentaren unserer Gesprächspartner unterlegte Filme. In geselliger "Heimkino-Atmosphäre" konnten sich die Besucher die Filme in den Räumen des ältesten erhaltenen Bernauer Wohnhauses ansehen und sich dabei über eigene Bezugspunkte und Erfahrungen austauschen.

Projektzeitraum: Juli - Februar 2017


Partner:

Wohnungs- und Baugesellschaft mbH Bernau
Filmmuseum Potsdam
ksb

 Fotos: Manuel Kinzer