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Historische Altstadt

Einführungstext 1.JPG(Bild: 1/2)

Die Anfang des 13. Jahrhunderts gegründete Stadt soll der Sage nach bereits um 1140 durch Albrecht den Bären entstanden sein, weil diesem das hier gebraute Bier so gut gemundet habe.

Im Mittelalter war Bernau aufgrund seiner günstigen Lage an einer Handelsstraße, der Bierbrauerei und Tuchmacherei weit über die Grenzen des Landes Brandenburg hinaus bekannt und erlangte Größe, Bedeutung und Reichtum.

Die Stadtmauer, die noch heute fast den gesamten Stadtkern umschließt, und das dreifache Wall- und Grabensystem wehrten so manchen Angreifer ab und sind Zeugnisse jener Zeit. Das Ende der Blütezeit Bernaus kam mit der Pest und dem Dreißigjährigen Krieg.

Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, nachdem die Stadt einen Eisenbahnanschluss erhielt, begann sie wieder zu erblühen. Sie hat innerhalb ihrer historischen Mauern zwar viel neue Bausubstanz, aber durch den Erhalt der alten Straßenzüge lässt sich der beschauliche Charakter des mittelalterlichen Städtchens gut nachempfinden.

 
Adler-ApothekeAdler-Apotheke (Bild: 1/2)

Adler-Apotheke

1755 baute an dieser Stelle Christoph Benjamin Tile ein Haus, in dem er eine Apotheke und einen Materialienhandel einrichtete. 1772 erwarb die Familie Böhme die Apotheke, deren Privileg aus dem Jahre 1698 stammt. Die Familie prägte in sechs Generationen maßgeblich die Geschichte der Apotheke und erwarb sich ein großes Ansehen in Bernau. 1900 wurde das alte Gebäude abgerissen und die neue Apotheke gebaut. Diese wurde 1995 umfassend restauriert.

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berliner tor1.jpgAufpflasterung Berliner Tor (Bild: 1/2)

Berliner Tor

Die Stadtmauer hatte drei Toranlagen. Eine davon, das Berliner Tor, stand in der Berliner Straße. Während der Bauarbeiten im Jahr 2008 wurden Holzreste des Vortores gefunden, die auf das Jahr 1223 datiert werden konnten.
Das Tor, das Ende des 18. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgerissen wurde, ist symbolisch im Pflaster dargestellt. 

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Im 18. Jahrhundert erbaut, wohnten Bernauer Handwerker in diesem Haus. In den 1930er Jahren befand sich hier ein großzügiges Kaiser's Kaffee-Geschäft mit eigener „Schokoladenfabrik“. Zur Straßenseite hin hat das Haus eine Jugendstilfassade, zur Hofseite hin das typische alte Fachwerk. Das 1997 rekonstruierte Gebäude beherbergt heute die Galerie Bernau und die städtische Tourist-Information.

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Dies ist ein typisches Bernauer Ackerbürgerhaus aus dem 18. Jahrhundert. Die Stallungen und Werkstätten befanden sich im Hof und waren über eine Durchfahrt erreichbar. Oft war das Vorderhaus ein kombiniertes Wohn- und Geschäftshaus.

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Im frühen 20. Jahrhundert wurde Bernau ob seiner vielen Fachwerkhäuser gern als das Rothenburg in der Mark Brandenburg bezeichnet. Viele der Häuser wurden im 19. Jahrhundert verputzt, wodurch das Fachwerk zerstört wurde — was später zum Abriss beitrug. Einige wenige wurden gerettet. Die noch vorhandenen schönen Gewölbekeller dienten vermutlich zum Bierbrauen bzw. zur Lagerung des edlen Bernauer Gerstensaftes.

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Das ursprünglich in reiner Fachwerkkonstruktion mit Stroh-Lehm-Staken-Ausfachungen erbaute Haus war bis 1781 das Diensthaus des Organisten, wurde aber auch vom Diakon und Rektor bewohnt. 1883 wurde es ausgebaut und war dann Dienstsitz des III. Predigers.
Seit 1999 befindet sich das Haus in privater Hand und wurde liebevoll saniert.

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Friedhof(Bild: 1/2)

Friedhof in der Mühlenstraße

Der alte Kirchhof reichte 1598, als die Pest in Bernau wütete, nicht mehr aus. So wurde vor dem Mühlentor zwischen den Wällen ein neuer eingerichtet, der lange Zeit Peters Kirchhof hieß, weil der Müller Peter Hesse als erster dort beerdigt wurde.
Bei der Ausbesserung des Friedhofszaunes nach 1855 protestierte der Zimmerer Marquardt: „Der ganze Zaun ist unnütz, die drauf sind, können nicht mehr runter, und die draußen wollen nicht rauf.“
Auf dem Friedhof sind auch die Ortschronisten Wernicke und Koch beigesetzt.

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6. Das Henkerhaus.jpg(Bild: 1/3)

Henkerhaus

Vor 360 Jahren wurden hier zwei Fachwerkhäuser direkt an der Stadtmauer errichtet. Sie dienten bis ins 19. Jahrhundert hinein dem Scharfrichter von Bernau als Wohnhaus. Daher der Name Henkerhaus. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude erweitert und in ein Mietshaus umgewandelt. 1976 drohte der Abriss. Doch das Haus hatte Glück, es wurde Teil des Heimatmuseums und von 1992 bis 1997 von Grund auf restauriert.

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9. Kantorhaus1.jpg(Bild: 1/4)

Kantorhaus

Das älteste erhaltene Wohngebäude besteht aus zwei „Buden“ (ein Schornstein pro Bude). Diese wurden 1582/83 von Bernauer Kastenherren gestiftet und erbaut. Über Jahrhunderte hinweg dienten die Buden den Kantoren und Organisten bzw. deren Witwen als Dienstwohnung. 1981-1983 wurde das Haus aufwändig rekonstruiert.

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Die Hohe Steinstraße macht hier einen Bogen und führt bis fast an die Stadtmauer. Erhalten sind hier Fachwerkhäuser aus dem 17./18. Jahrhundert sowie Gründerzeitbauten mit klassizistischen und Jugendstilfassaden.

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Der Kirchhof war bis 1598 auch Friedhof. Bei Rekonstruktionsarbeiten auf dem Hof wurden in geringer Tiefe 243 Gräber mit den sterblichen Überresten von 298 Menschen gefunden. Unter den Gräbern befanden sich Glockengussanlagen aus dem Mittelalter. Die Brennöfen lagen etwa 1,80 Meter tief.

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10. Lateinschulhaus1.JPG(Bild: 1/2)

Lateinschulhaus

Das älteste Schulgebäude der Stadt, ein massiver Bau mit 65 bis 90 Zentimeter starken Wänden, stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde von 1993 bis 1996 saniert. Berühmte Schüler und Lehrer waren hier Paulus Praetorius (1521–1565) und Georg Rollenhagen (1542–1609).

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2. Lughaus3.jpg(Bild: 1/3)

Lughäuser

Diese Mauertürme — auch Weich-, Wieck- oder Lükhäuser genannt — waren wichtige Punkte im Verteidigungssystem. Es gab vier halbrunde und 38 viereckige offene oder geschlossene Lughäuser. Sie boten auf verbundenen Ebenen bis zu zehn Bewaffneten Platz, die die Angreifer mit Fernwaffen (Armbrust, später Büchsen) durch Schießscharten oder mit Steinen und heißen Flüssigkeiten durch Luken bekämpften.

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Seit dem 17. Jahrhundert befindet sich der Marktplatz an dieser Stelle. Seine jetzige Größe erhielt er nach dem Bau des Rathauses 1805 und nach der Bebauung der gegenüberliegenden Platzseite. Viel könnte der Platz erzählen, sowohl von Freuden- als auch Trauerfesten, von Hinrichtungen, von Besatzung und Befreiungen, aber auch von täglichem Handel und Wandel in der Stadt. In neuer Schönheit präsentiert er sich seit 1995.

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7. Pulverturm1.JPG(Bild: 1/3)

Pulverturm

Dieser Rundturm, 29 Meter hoch, war Teil der Verteidigungsanlage. Er diente als Wach- und Wartturm. Der Zugang erfolgte über eine Leiter. Teile der Wallanlagen, die hinter dem Turm lagen, wurden im 17. Jahrhundert eingeebnet. So entstand ein Gehege, in welches Stiere getrieben wurden. Im Volksmund hieß der Turm Bullenturm, daraus wurde später Pulverturm.

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RathausRathaus

Rathaus

1805 wurde dieses Gebäude im klassizistischen Baustil nach Entwürfen des königlichen Bauinspektors Dornstein aus Wriezen an der Oder als nachweislich fünftes Rathaus an dieser Stelle errichtet. Es war der Zentralpunkt des bürgerlichen Lebens und wurde nicht nur von der Kommunalverwaltung, sondern auch von der Gerichts- und Polizeiverwaltung sowie zu vielen anderen Zwecken genutzt.

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schwarzer adler.JPGRestaurant Schwarzer Adler

Schwarzer Adler

Zur Zeit Friedrich II. (1712-1786) wurden die ursprünglich aus dem 15./16. Jahrhundert stammenden zwei Häuser zu einer Restauration und Herberge umgebaut. Bis zur Reformation in Bernau (1540/41) war hier das Bethaus der Kalandsbrüder.

Im Mai 1882 — die erfolgreiche Abwehr der Hussiten vor Bernau lag 450 Jahre zurück — traf sich der Ausschuss zur Vorbereitung des Hussitenfestes mit Berliner Künstlern im „Schwarzen Adler“. Gab es bislang nur Dankprozessionen, wurde dann in diesem Jahr das erste Hussitenfest mit einem großen Festumzug gefeiert. Ja, und auch heute wirken Speis und Trank im Restaurant „Schwarzer Adler“ durchaus inspirierend.

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St.-Georgen-HospitalSt.-Georgen-Hospital

St.-Georgen-Hospital

Älteren Nachrichten zufolge wurde das Hospital 1328 von der Bernauer Tuchmachergilde gestiftet, um bedürftigen alten Männern und Frauen Wohnung und Unterhalt zu gewähren. Nach der Zerstörung durch die Hussiten im Jahr 1432 wurde die Hospitalkapelle im 15. Jahrhundert wieder errichtet. Das Hospitalgebäude stammt aus dem Jahr 1738, wurde 1809 mit einer massiven Giebelwand versehen und zwischen 2002 und 2005 umfassend saniert. Die Stiftung „Sankt Georgen-Hospital zu Bernau“ ist wahrscheinlich die älteste Stiftung im Land Brandenburg.

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St.-Marien-Kirche(Bild: 1/2)

St.-Marien-Kirche

Aus einem vermutlich spätromanischen, dann gotisch veränderten Feldsteinbau ist eine vierschiffige Backsteinhallenkirche hervorgegangen. Das 1519 vollendete Gebäude ist 54,50 Meter lang und 30 Meter breit. Der ursprüngliche Doppelturm wurde 1846 durch den heutigen (57,40 Meter hoch) ersetzt. Das bedeutendste Ausstattungsstück ist der Marienaltar aus dem 16. Jahrhundert mit drei Schauseiten mit Bildern aus der Schule von Lucas Cranach dem Älteren.

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1. Stadtmauer1.JPG(Bild: 1/2)

Stadtmauer

Die im 13./14. Jahrhundert errichtete Stadtmauer war ursprünglich 1.496 Meter lang, 8 Meter hoch und einen halben bis anderthalb Meter breit. Sie bildete mit ihren 42 Lughäusern, 3 Stadttoren, 2 Rundtürmen und einem dreifachen Wall- und Grabensystem das Befestigungsbollwerk der Stadt. Diese Anlage ermöglichte es den Bernauern, den Angriffen der Quitzows und Pommern (1402) und der Hussiten (1432) standzuhalten.

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8. Stadtpark1.JPG(Bild: 1/8)

Stadtpark

Im 17. Jahrhundert wurden Teile der Wälle und Gräben eingeebnet, wodurch eine wild mit Bäumen und Sträuchern bewachsene Fläche entstand, die als Weide diente, das sogenannte Gehege. Im 19. Jahrhundert wurde es zum Park umgestaltet. Dabei wurden die Flächen vielfältig genutzt, so als städtischer Fuhrplatz, Freilichtbühne, Spielplatz, Gärtnerei und Schulgarten.

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4. Das Steintor1.JPG(Bild: 1/3)

Steintor

Das letzte erhaltene Stadttor Bernaus wurde im 13./14. Jahrhundert als Teil der Stadtbefestigungsanlage errichtet. Den ursprünglich dreitorigen Gebäudekomplex verbinden zwei Wehrgänge mit dem 28 Meter hohen Hungerturm, in welchem sich ein 8 Meter tiefes Verlies befindet. 1751 erhielt das Steintor ein barockes Dach. Das Steintor beherbergt seit 1882 das Heimatmuseum.

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3. Wallanlagen1.JPG(Bild: 1/2)

Wall- und Grabensystem

Ein dreifaches Wall- und Grabensystem umfasste einst die gesamte Stadt. Die Stadtmauer, ihre Lughäuser, Tore, Türme sowie ein natürliches Sumpfgebiet dienten der Verteidigung. Schon im 17. Jahrhundert verlor die Verteidigungsanlage ihre militärische Bedeutung. Teile der Wälle und Gräben wurden verpachtet. Im 19. Jahrhundert wurden die Wälle und Gräben zur Parkanlage und Promenade umgestaltet.

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