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Zusammenfassung des Gewerbemonitors 2014 für die Stadt Bernau bei Berlin (6-252)

Antrag an die Stadtverordnetenversammlung Bernau bei Berlin
Vorlage Nr.:6-252
Version: 1
Eingereicht am:02.03.2015
Typ:Informationsvorlage
Öffentlich:Ja

Dateianlagen:

Ergebnisbericht Gewerbemonitor 2014
ergebnisbericht_gewerbemonitor_2014.pdf (0,77 MB)

 

Inhalt und Begründung:

Gemäß Beschluss Nr. 5-686/2012 vom 16.08.2012 ist durch die Verwaltung alle fünf Jahre eine Gewerbebefragung in Form des Gewerbemonitors durchzuführen.

Der Gewerbemonitor ist ein bundesweites Standortsicherungsinstrument, das vom Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) in Kooperation mit der LQM Marktforschung GmbH aus Mainz erstmals im Frühjahr 2006 deutschlandweit durchgeführt wurde. Am Gewerbemonitor nahmen bis dato unterschiedlich große Kommunen aus Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und dem Saarland teil. Im Rahmen des Gewerbemonitors werden Unternehmen der teilnehmenden Kommunen zu verschiedenen Themengebieten befragt. Aus den Befragungsergebnissen wird der Benchmark für die verschiedenen Fragenkomplexe gebildet.

Der Gewerbemonitor 2014 wurde als Wiederholungsstudie der Unternehmensbefragung aus dem Jahr 2009 in Bernau bei Berlin durchgeführt. Im Zeitraum vom 02.05.2014 bis zum 11.06.2014 wurden 100 Unternehmen der Stadt, mit mehr als 3 AN, zu Themen wie der Zufriedenheit mit dem Standort im Allgemeinen, mit einzelnen Standortfaktoren im Besonderen und der Leistung der Kommune befragt.

In über 70 % der Fälle war der Gesprächspartner der LQM Marktforschung GmbH ein Mitglied des Vorstands, Geschäftsführer, Inhaber oder Prokurist. Das spiegelt die Wichtigkeit der Befragung aus Sicht der Unternehmer wieder.

Im kommunalen Vergleich zeigen sich die Unternehmen in Bernau bei Berlin mit ihrem Standort leicht überdurchschnittlich zufrieden.

Das Image von Bernau bei den befragten Unternehmensvertretern liegt leicht über dem Benchmark. Stark zeigt sich vor allem die Wahrnehmung als sichere und saubere Stadt mit einem reizvollen Stadtbild; wohin gegen das Attribut "wirtschaftsstark" dem Standort heute dagegen etwas seltener zugeordnet wird, als noch im Jahr 2009.

Neben dem Image und der Lebensqualität am Standort zeigen sich insbesondere die Nähe zum Kunden und die Verkehrsanbindung als besonders positiv bewertete Standortfaktoren. Ebenfalls die Höhe des Gewerbesteuersatzes wird im Vergleich zum kommunalen Benchmark besser bewertet.

Schwächen, auch im kommunalen Benchmark, stellen aus Sicht der Unternehmen dagegen die Nähe zu Forschung und Wissenschaft und das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften dar. 42% der befragten Unternehmen berichteten von unbesetzten Stellen im eigenen Unternehmen, insbesondere Pflege-/ Gesundheitsberufe und technische Berufen wurden genannt. Bezüglich der erwarteten Entwicklungen der Situation der Einstellung von Fachkräften blicken die Unternehmen in Bernau bei Berlin mit gedämpftem Pessimismus in die Zukunft. 80 % erwarten keine Veränderungen, der Rest tendenzielle eine weitere Verschlechterung der Fachkräftesituation.

Knapp 30 % der Befragten betrachten das Thema Innovation als sehr wichtig für das eigene Unternehmen. Bezüglich Wissens- und Technologietransfer zeigt sich die Einstellung von Praktikanten/Studenten als bisher deutlich beliebter als beispielweise die Nutzung wissenschaftlicher Unterstützung oder Infrastruktur- die nichtsdestoweniger bei den Befragten auf durchaus relevantes Interesse stoßen. Innovationsberatung bzw. Innovationsförderung wurden von respektive 14 bzw. 11 der Unternehmen in der Stichprobe bereits in Anspruch genommen.

Die Loyalität der Unternehmen zu ihrem Unternehmensstandort ist durchschnittlich. Während sich fast alle befragten Unternehmensvertreter Bernau verbunden fühlen, zeigt sich die Bereitschaft zu zukünftigen Investitionen als etwas schwächer ausgeprägt als in anderen Kommunen. Ältere Unternehmen, die schon wenigstens 10 Jahre am Standort vertreten sind, sind im Durchschnitt loyaler.

Die Grundstimmung am Standort scheint positiv. Die meisten Befragten- mehr als in anderen Kommunen- glauben, dass es mit Bernau aufwärts geht. Die Erwartung hinsichtlich der Entwicklung von Beschäftigungszahl, Umsatz und Investitionen entspricht den jeweiligen Benchmarktwerten, in der Regel geht man von einer Verbesserung der Situation aus. Die meisten Unternehmen, mehr als 2009, erwarten in nächster Zeit weder eine Expansion ihres Unternehmens am Standort noch ein Aufgabe oder Standortverlagerung.

Die in der Umfrage erfassten jüngeren Betriebe sind tendenziell etwas kleiner, haben etwas öfter die Stadtverwaltung kontaktiert, und scheinen zudem generell etwas optimistischer bezüglich der Entwicklung des eigenen Unternehmens zu sein.

Hinsichtlich der Wichtigkeit einzelner Leistungsbereich zeigt sich, dass eine positive Wahrnehmung von Image und Nähe zum Kunden im Durchschnitt auch mit einer großen Globalzufriedenheit mit dem Standort Bernau insgesamt einhergeht- diese Aspekte können entsprechen als Stärken des Standortes betrachtet werden.

80 % der befragten Unternehmen hatten in den letzten 12 Monaten Kontakt zur Stadtverwaltung. Die Zufriedenheit mit deren Leistungen ist durchschnittlich; am meisten gelobt werden Erreichbarkeit, Kompetent sowie die Öffnungszeiten bei der Stadtverwaltung. Unternehmen, die im letzten Jahr Kontakt zur Stadtverwaltung hatten, bewerten deren Leistungen besser als Unternehmen ohne Kontakt.

Während die Standortfaktoren und Leistungen der Kommune durchschnittlich gut bewertet werden, wird von der Wirtschaftsförderung von einigen mehr erwartet.

Die Zufriedenheit mit den Leistungen der Wirtschaftsförderung muss kontinuierlich verbessert werden. Während sich auch hier die jüngeren Unternehmen etwas zufriedener zeigen als die älteren, so ist die teils sehr ausgeprägte Unzufriedenheit doch unübersehbar. Der große Anteil an "Weiß nicht"- Antworten scheint auch darauf hinzudeuten, dass in der Wahrnehmung vieler Betriebe wenig aktive Wirtschaftsförderung in Bernau stattzufinden scheint.

Die Stadt Bernau bei Berlin zeigt sich als Standort mit gutem Image, großer Kundennähe und reibungslos funktionierender Stadtverwaltung. Zur Sicherung und zum weiteren Ausbau des Unternehmensstandortes scheint insbesondere eine gesteigerte Unterstützung seitens der Wirtschaftsförderung von den Unternehmen erwartet zu werden.

Insgesamt scheinen die Ergebnisse des GEWERBEMonitors auch die aktuellen politischen Turbulenzen in Bernau bei Berlin widerzuspiegeln, die im März 2014 die Abwahl des Bürgermeisters zur Folge hatten. Während die Unternehmen mit ihrem Standort, seinem Image und den Leistungen der Stadtverwaltung eher zufrieden sind, so wird die Unterstützung durch konkrete Wirtschaftsförderangebote kritisch gesehen, vor allem durch "ältere" Unternehmen, die von konkreten Aspekten der aktuellen politischen Kontroverse schon seit Längerem (Stichwort: "Altanschließer") auch selbst betroffen sein könnten.

Die Zielstellung, die mit der Auftragsvergabe verfolgt wurde, ist vielschichtig:

Eine gezielte Verbesserung der Standortqualität auf Grund der Kenntnis des Bedarfs der ortsansässigen Unternehmen sowie die effiziente Mittelverwendung aus Sicht der Stadt Bernau bei Berlin.
Den teilnehmenden Kommunen (Ahrensburg, Barnsdorf, Bernau bei Berlin, Cottbus, Hanau, Mörfelden-Walldorf, Potsdam, Rüsselsheim, Sachsenhausen und St. Ingbert) soll die Unsicherheit bezüglich der Bedürfnisse, Zufriedenheit und Wechselbereitschaft von ortsansässigen Unternehmen genommen werden.
Ferner soll der Kontakt zwischen Unternehmen und Wirtschaftsförderung weiter intensiviert werden durch die Aufnahme von Kontaktwünschen und individuellen Verbesserungsvorschlägen, Vermarktung der Stärken des Standortes, um neue Unternehmen für den Standort zu gewinnen, was auch von den befragten Unternehmen erwünscht wurde.

Der Gewerbemonitor 2014 kann sowohl in Papierform als auch in digitaler Form beim Amt für Wirtschaftsförderung, Wirtschaft und Tourismus eingesehen werden. Ferner wird der Gewerbemonitor 2014 auf der städtischen Homepage als Download zur Verfügung gestellt.

Beratungsfolge:

Ausschuss/Gremium Termin
Hauptausschuss 16.04.2015
Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr 15.04.2015
Umwelt- und Wirtschaftsausschuss 09.04.2015
6. Stadtverordnetenversammlung 23.04.2015