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Beschluss der Spielleitplanung (6-131)

Antrag an die Stadtverordnetenversammlung Bernau bei Berlin
Vorlage Nr.:6-131
Version: 1
Eingereicht am:08.10.2014
Typ:Verwaltungsvorlage
Öffentlich:Ja

Dateianlagen:

Anlage zur Vorlage Nr. 6-131 Abschlussdokumentation Spielleitplanung März 2015
anlage_zur_vorlage_nr._6-131_abschlussdokumentation_spielleitplanung_maerz_2015.pdf (140,98 MB)

 

Inhalt und Begründung:

Am 01.12.2011 hat die 5. Stadtverordnetenversammlung beschlossen, ein Konzept für eine Spielleitplanung der Stadt Bernau bei Berlin erarbeiten zu lassen (Beschluss-Nr. 5-582/2011).

Die Spielleitplanung ist ein integratives Planungsinstrument, welches den Blickpunkt auf die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen legt. Es betrachtet nicht nur die ihnen zugewiesenen Spiel- und Bewegungsflächen, sondern das gesamte Stadtgebiet. Ziel ist es, existierende Flächen für Spiel, Erlebnis, Aufenthalt und Bewegung zu sichern und neue zu entwickeln. Spielleitplanung ist ein Verfahren zur Erhaltung und Verbesserung des Lebensumfeldes von Kindern und Jugendlichen. Es zeichnet sich durch die direkte Beteiligung von Mädchen und Jungen an allen Planungs-, Entscheidungs- und Umsetzungsschritten aus.

Am 31.07.2013 hat die Stadtverwaltung die Bürogemeinschaft Stadt-Kinder aus Dortmund und stadt.menschen.berlin mit der mehrstufigen Erarbeitung eines Konzeptes für die Spielleitplanung beauftragt.

In der ersten Phase der Spielleitplanung wurde eine fachliche Bestandsanalyse durchgeführt und mit der Methode "Spielraumcheck" gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen eine Bewertung der vorhandenen Spiel-, Bolz- und Freizeitplätze vorgenommen. Die Ergebnisse der Bestandsanalyse wurden den Ausschüssen im März und April 2014 vorgestellt und sind in einer 85seitigen Broschüre zusammengefasst und verteilt worden.

In der zweiten Phase der Spielleitplanung sind mit der Methode "Ideenwerkstatt" Kinder, Jugendliche und Erwachsene eingeladen worden, sich an der zukünftigen Freiraumentwicklung von Bernau zu beteiligen. Im Juni 2014 wurden insgesamt sechs Ideenwerkstätten in verschiedenen Teilräumen der Stadt durchgeführt. Ziel war ein generationsübergreifender Dialog über die Entwicklung von Freiräumen als Orte für Spiel, Bewegung und Begegnung einschließlich ihrer Erreichbarkeit und Zugänglichkeit. Auf der Basis von Luftbildkarten wurden von den Teilnehmern vorhandene Qualitäten, bestehende Mängel und Konflikte der Orte abgefragt. Die dabei geführten Gespräche und Diskussionen der Teilnehmer, Moderatoren und Vertretern der Stadtverwaltung waren strukturbildend für den Ablauf der Werkstätten.

Beworben wurden die Ideenwerkstätten über die Presse, Plakate und Flyer, die an öffentlichen Orten in der Stadt ausgelegt und an öffentliche Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen verteilt wurden. Die Dokumentation der Ideenwerkstätten wurde von der beauftragten Bürogemeinschaft auf dem Ausschuss für Bildung, Jugend, Kultur, Soziales und Sport am 25.08.2014 präsentiert und ist in einer 30seitige Broschüre zusammengefasst und verteilt worden.

In der letzten Phase hat die Bürogemeinschaft auf Grundlage der Bestandsanalyse, den Gesprächen mit den zuständigen Fachämtern und den Beteiligungsergebnissen Vorschläge für Maßnahmen entwickelt, die sich am Leitbild für die gesamträumliche strukturelle Entwicklung der Spiel- und Sportflächen in Bernau bei Berlin orientieren. Das Ergebnis ist eine 179seitige Abschlussdokumentation (Anlage), dargestellt in Form eines Erläuterungsberichtes und eines Maßnahmenplanes, in deren Vordergrund Aussagen zu dem System von Spielflächen und deren Qualitäten stehen. Das Konzept trifft Aussagen zu gestalterischen Leitthemen für vorhandene Spielflächen und zur Vernetzung von Spiel- und Bewegungsräumen. Es zeigt den Bedarf an Erneuerung, Erweiterung und an der Neuanlage von Spielflächen auf. Es bildet somit eine qualifizierte Grundlage für die Verwendung investiver Mittel im Rahmen einer Qualitätsoffensive für Spielräume in der Stadt Bernau bei Berlin. Betrachtet wird dafür ein Entwicklungshorizont von 10-15 Jahren.

Die ausgesprochenen Maßnahmenempfehlungen basieren auf den Ergebnissen der Beteiligungsbausteine, wie die mit Kindern durchgeführten Spielraumchecks und die in den Ortsteilen durchgeführten Ideenwerkstätten. Es handelt sich dabei also um Vorschläge von Kindern und Jugendlichen, die durch eine fachliche Expertise der Planergemeinschaft ergänzt und entsprechend aufbereitet worden sind. Die enthaltenen Handlungsempfehlungen und Prüfaufträge ebenso wie die vorgenommene Priorisierung sind somit als Hinweise an die Stadtverwaltung zu verstehen, die auf vorhandene Bedarfe aufmerksam machen, deren Umsetzbarkeit jedoch noch nicht gesichert ist. Die Stadtverwaltung muss nunmehr fach- und ämterübergreifend die Voraussetzungen für die Realisierung der vorgeschlagenen Maßnahmen prüfen und im Falle der jeweiligen Machbarkeit die entsprechenden Schritte und Verfahren einleiten, die für eine Umsetzung notwendig sind.

Die Maßnahmenempfehlungen sind in tabellarischer Form dargestellt. Ausgewiesen werden das Ziel, eine den Maßnahmen zugeordnete Handlungsempfehlung bzw. ein Prüfauftrag sowie eine Priorität, die aus dem jeweiligen Bedarf resultiert. Die Maßnahmen mit konkretem Raumbezug werden den einzelnen Ortsteilen zugeordnet, wobei die dörflich strukturierten Ortsteile zusammengefasst werden. Es werden Maßnahmen für siedlungsbezogene Freiräume empfohlen, die sowohl die Spielplätze betreffen als auch ergänzende Angebote für Spiel, Bewegung und Begegnung beinhalten. Darüber hinaus werden Maßnahmen ohne konkreten Raumbezug vorgeschlagen und ebenfalls tabellarisch zusammengefasst.

Mit der Spielleitplanung besitzt die Stadt Bernau bei Berlin ein umfangreiches Handlungs- und Steuerungsinstrument, welches es in den nächsten 10-15 Jahren schrittweise umzusetzen gilt. Es werden Strukturen geschaffen und gefestigt, welche die Belange von Kindern und Jugendlichen bei allen Planungen der Kommune durch geeignete Beteiligungsprozesse umfassend berücksichtigen. Die Spielleitplanung wird als Daueraufgabe zur Gewährleistung einer kinder- und familienfreundlichen Stadt Bernau bei Berlin etabliert und kontinuierlich fortgeschrieben.

Beschlussvorschlag:

  1. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt die Abschlussdokumentation zur Spielleitplanung für die Stadt Bernau bei Berlin in der Fassung vom März 2015 zur Kenntnis mit folgenden Aufträgen:
  2. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, die unter Punkt 5 des Abschlussberichtes zur Spielleitplanung vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen im Rahmen der laufenden Verwaltungsaufgaben ämterübergreifend auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen, die ausgesprochenen Prüfaufträge fachlich durchzuführen und die Prüfergebnisse den Ausschüssen vorzustellen.
  3. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, die abgestimmten Handlungsempfehlungen aus der Spielleitplanung unter Beteiligung der Kinder und Jugendlichen umzusetzen.
  4. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, die unter Punkt 6 des Abschlussberichtes zur Spielleitplanung vorgeschlagenen Maßnahmen ohne konkreten Raumbezug zu prüfen, nach Möglichkeit in bereits bestehende Planungen bzw. bereits laufende Maßnahmen zu übernehmen und zukünftig in die Planungsaktivitäten einzubeziehen.
  5. Alle Maßnahmen stehen unter dem Vorbehalt bereitgestellter Haushalts- oder Drittmittel.

Finanzielle Auswirkungen: Nein


Beratungsfolge:

Ausschuss/Gremium Termin J N E
Ortsbeirat Schönow 23.06.2015 0 1 6
Ortsbeirat Ladeburg 24.06.2015 5 0 0
Ortsbeirat Lobetal 24.06.2015 3 0 0
Ortsbeirat Börnicke 17.06.2015 3 0 0
Ortsbeirat Birkholz 25.06.2015 3 0 0
Ortsbeirat Birkholzaue 24.06.2015 3 0 0
Ausschuss für Bildung, Jugend, Kultur, Soziales und Sport 29.06.2015 8 0 1
Ortsbeirat Birkenhöhe 29.06.2015 2 0 0
Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr 01.07.2015 6 0 2
6. Stadtverordnetenversammlung 09.07.2015 0 0 4
 
 
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Zuständigkeitsordnung

Zuständigkeitsordnung für die ständigen Ausschüsse der Stadtverordnetenversammmlung der Stadt Bernau bei Berlin und den Bürgermeister in der Fassung der fünften Änderung vom 12. Juni 2019 (Lesefassung)

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