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Themenvorschläge zur Brunnengestaltung (5-688)

Antrag an die Stadtverordnetenversammlung Bernau bei Berlin
Vorlage Nr.:5-688
Version: 1
Eingereicht am:14.03.2011
Typ:Verwaltungsvorlage
Öffentlich:Ja

Inhalt und Begründung:

In der 41. Sitzung der 4. Stadtverordnetenversammlung am 31.01.2008 wurde folgender Beschluss Nr. 4-684/2008 gefasst:
“Die Stadtverordnetenversammlung beschließt für die Errichtung eines Brunnens im Marktplatzbereich folgende Aufgabenstellung für die Auslobung des Wettbewerbs:
Die Stadt Bernau bei Berlin erwartet von den Wettbewerbsteilnehmern einen künstlerischen Gestaltungsentwurf eines Brunnens/Wasserspiels für einen Standort innerhalb des in der Anlage beigefügten und durch Schraffur dargestellten Areals.
Es ist auch möglich, eine funktionell-gestalterische Lösung unter Einbeziehung von Wasser als Gestaltungselement für die instandzusetzende Terrassen- und Treppenanlage vor dem Laubenganghaus vorzuschlagen.
Unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit für die Betreibung und Herstellung sind Entwürfe erwünscht, die einen Bezug zur Stadt, der Region und ihren Menschen herstellen, beispielsweise markante Themen/Ereignisse aus der Geschichte oder Sagenwelt, aus dem gesellschaftlichen Leben oder aus dem Wirken von besonderen Persönlichkeiten der Stadt Bernau bei Berlin bildkünstlerisch umsetzen und sich in die stadträumliche Situation einfügen.
Die Formulierung der technischen Anforderungen an die Wassertechnik und bauliche Voraussetzungen sind Gegenstand des Wettbewerbsentwurfes. Die Leistungen zur technischen und baulichen Planung (Fundamente, Pumpen-, Filter- und Düsentechnik usw.) selbst werden gesondert an ein Fachbüro vergeben. Die Gewährleistungsansprüche sind vom Hersteller der Anlage zu erfüllen.
Die Befahrung des Areals durch Rettungsfahrzeuge und Lieferverkehr ist zu gewährleisten und die Nutzung durch Märkte soll weiterhin möglich sein.
Die Gesamtkosten für das Kunstwerk dürfen den finanziellen Rahmen von 130.000 € nicht überschreiten.“

Im Juni 2008 wurde ein Wettbewerb ausgelobt, zu dem 23 Bewerbungen mit Referenzunterlagen bei der Stadtverwaltung eingingen.

Die 5. SVV hat nunmehr in ihrer 22. Sitzung am 17.02.2011 den folgenden Beschluss Nr. 5-438/2011 gefasst:

Die Verwaltung wird beauftragt, Varianten für ein Thema der Brunnengestaltung vorzuschlagen und mit einer konkreten Aufgabenstellung den Ausschüssen A4 und A3 sowie der SVV bis zum 12.05.2011 zum Beschluss vorzulegen. Auf Grundlage des Themas und der Aufgabenstellung sollen aus den vorhandenen Referenzunterlagen geeignete Künstler ausgewählt und zum Angebot aufgefordert werden.
Aus dem Entwurf des Entwicklungskonzeptes zur Verbesserung der Funktionalität und Gestaltung der Bürgermeisterstraße und des Marktplatzes der Gruppe Planwerk vom 02.07.2009 wird der Standort bestätigt.

Das Entwicklungskonzept sieht den Brunnenstandort westlich des Rathauses im Bereich der Stadtsäule vor. Damit wird den drei wichtigsten Grundsätzen der Kunstkonzeption der Stadt Bernau bei Berlin für die Aufstellung von Kunst im öffentlich Raum entsprochen. Die Entwürfe können die Stadtsäule thematisch fortsetzten und formal integrieren oder ihr einen neuen separaten Standort in der Nähe zuweisen.
Da die vorhandenen Bewerbungen aus dem Jahr 2008 stammen wird in Abänderung dieses Beschlusses erwogen, den Wettbewerb erneut auszuschreiben, um aktuelle Referenzen einzuholen.

Gemäß dem Beschlusses Nr. 5-438/2011 werden der SVV vier Varianten für ein Brunnenthema vorgeschlagen, aus dem eine Variante Gegenstand des Beschlusses werden soll:

1. Partnerschafts- und Hochzeitsbrunnen
Die Entwicklung des Gemeindegebietes hat besonders nach der Wende eine bis dahin unvorstellbare Veränderung erfahren. Die Stadt Bernau bei Berlin hat sich mit dem Umland „verheiratet“. Dieser Prozess war eine große menschliche, organisatorische und politische Leistung aller Akteure die es rechtfertigt, zum Thema eines Brunnens gemacht zu werden. Die Befürchtunge, die Gemeinden Birkholz, Ladeburg, Lobetal, Börnicke und Schönow würden durch das Zusammengehen mit der Stadt Bernau ihre Identität verlieren, galt es zu überwinden. Deshalb würde ein Brunnen dieses Themas ein Zeichen des Zusammengehörigkeitsgefühls aller Bernauer an zentraler Stelle setzen, die Identität fördern und darüber hinaus zum Symbol für das Partnerschaftsthema insgesamt werden. Dadurch könnte dieser Brunnen für junge und alte Paare zu einem „rituellen“ Anziehungspunkt werden. Dicht am Standesamt wäre auch eine Stelle geschaffen, an der in unprätenziöser Weise Partnerschaftsversprechen „verewigt“ werden können. Auch die Partnerschaften, die Bernau mit anderen Städten in Frankreich, Polen und dem Rheinland geschlossen hat, könnten an dieser Stelle zur Geltung kommen.

2. Brunnen der Toleranz und Weltoffenheit
Die gelungene Integration von 25 Hugenottenfamilien 1699 in Bernau begründet eine bemerkenswerte und hoch zu schätzende Tradition für Toleranz, Weltoffenheit und Fremdenfreundlichkeit in Bernau und im Land Brandenburg. Die Stadt Bernau zeichnet sich auch in der Gegenwart durch öffentliche Veranstaltungen gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit aus. Die Errichtung eines Hexendenkmals am Henkerhaus, eines Deserteurdenkmals an der Stadtmauer und einer Stele gegen den Brudermord vor dem Paulus-Prätorius-Gymnasium in der jüngeren Vergangenheit beweisen, dass Bernau ein hohes Bewussstsein und Verantwortungsgefühl gegenüber diesem Thema aufrecht erhält. Die „Aktion Noteingang“, eine antirassistische Jugendinitiative in Bernau von 1998, und die aktive Teilnahme am Netzwerk für Toleranz und Weltoffenheit sind in diesem Zusammenhang zu nennen.
Durch die 2009 in der Bürgermeisterstraße eingebauten Stolpersteine wird an die Deportation der Bernauer Juden erinnert. Das Denkmal für die Opfer des Faschismus erhält einen neuen Standort auf dem Bahnhofsplatz. Deshalb wäre ein Brunnen, zur Würdigung und Aufrechterhaltung dieser prägenden städtischen Geisteshaltung in Bernau gerechtfertigt.

3. Brunnen des Neuen/ Modernen Menschen
Mit der Stadt Bernau bei Berlin verbindet sich im Bewusstsein der Menschen die romantisierende Seite des Mittelalters und zieht damit alljährlich viele Besucher in die Stadt. Auch wenn dieses erfolgreiche Markenzeichen sich in Bernau etabliert hat und weiterentwickelt werden soll, hat Bernau in exemplarischer Weise das Aufeinandertreffen von Alt und Neu in historischer Größe bewältigt. Ein neuer Stadtkern, in modularem Bausystem, verbunden mit den Idealen der Bauhausmoderne „Volksbedarf statt Luxusbedarf“ in Nachzeichnung des mittelalterlichen Stadtgrundrisses, umgeben von einer alten Stadtmauer mit Toren und Türmen, lässt ein bedeutendes Thema des gestaltenden Neuen Menschen zu, der auf dem Erbe der Vorväter den Mut zur Erneuerung aufbringt. Die Reformbewegung in Deutschland entwickelte eine neue Lebensphilosophie, die den Sinn für Natur, die Einheit von Körper und Geist und eine befreite soziale Gesellschaft in den Vordergund stellte. Vor allem das herausragende Kulturdenkmal „Die Bundesschule des ADGB“ in Bernau, welche eine Architektur für ein neues humanes Menschenbild verkörpert, prägt ebenfalls unsere Stadt. Die Brunnenanlage könnte sich dem Bild des „Neuen Menschen“ oder des „Modernen Menschen“ widmen und eine Hoffnung, ein Versprechen widerspiegeln, welches seit dem20. Jahrhundert an allen möglichen Orten der kulturellen Kräftefelder auftaucht.



4. Brunnen der Generationen
Mutter, Vater, Kind - das ewige Spiel des Lebens - bietet ein Thema, bei dem sich jeder angesprochen fühlen kann - Frauen und Männer, Mütter und Väter, Großmütter und Großväter, Kinder und Kindeskinder. Bernau ist für immer mehr Familien Heim-Stadt geworden. Viele junge Paare geben sich als Zeichen ihrer Liebe das Jawort in Bernau. Kinder - der schönste Liebesbeweis - haben in Bernau beste Voraussetzungen zum Wachsen und Gedeien. Für das Zusammenwohnen der Generationen bietet die Stadt in allen Wohnformen die vielfältigsten Möglichkeiten. Die Voraussetzungen der Kinderbetreuung, der Schulausbildung der kreativen Freizeitbeschäftigung für den „Nachwuchs“, die kulturellen Angebote, die medizinische Betreuung und das vielfältige Vereinsleben machen Bernau zu einer familienfreundlichen Stadt. Die stetig gewachsenen Einwohnerzahlen beweisen, dass viele „Neubernauer“ Familien diese Wohnortqualitäten erkannt haben. Die Bindung von Familien über Generationen an den Heimatort schafft Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen für das Gemeinwesen, erzeugt soziale Kompetenz und empathische Fähigkeiten.
Wasser als ein Symbol des Lebens und der Erneuerung, in Verbindung mit dem Thema der kommenden und vergehenden Generationen soll Grundlage einer Brunnengstaltung werden.

Beschlussvorschlag:

Die Stadtverordnetenversammlung beschließt, für die Gestaltung des Brunnens im Marktplatzbereich das Thema Partnerschaftsbrunnen zu wählen.

Finanzielle Auswirkungen: Nein


Beratungsfolge:

Ausschuss/Gremium Termin J N E
Ausschuss für Bildung, Jugend, Kultur, Soziales und Sport 20.06.2011 0 0 6
Stadtentwicklungsausschuss 15.06.2011 6 0 0
5. Stadtverordnetenversammlung 23.06.2011 16 4 6
5. Stadtverordnetenversammlung 15.09.2011 11 6 6

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Zuständigkeitsordnung

Zuständigkeitsordnung für die ständigen Ausschüsse der Stadtverordnetenversammmlung der Stadt Bernau bei Berlin und den Bürgermeister in der Fassung der fünften Änderung vom 12. Juni 2019 (Lesefassung)

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