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Vergabe über den neu abzuschließenden Gaskonzessionsvertrag für das Stadtgebiet der Stadt Bernau bei Berlin (5-1071)

Antrag an die Stadtverordnetenversammlung Bernau bei Berlin
Vorlage Nr.:5-1071
Version: 1
Eingereicht am:27.09.2012
Typ:Verwaltungsvorlage
Öffentlich:Ja

Inhalt und Begründung:


Einleitung

Diese Verwaltungsvorlage wird der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bernau bei Berlin als Entscheidungshilfe zur Verfügung gestellt.

Die Stadt Bernau bei Berlin hat zum 01.01.1993 mit der Stadtwerke Bernau GmbH einen Konzessionsvertrag zur Gas- und Stromversorgung für das Stadtgebiet geschlossen. Dieser Konzessionsvertrag ist auf eine Laufzeit von 20 Jahren beschränkt und läuft am 31.12.2012 aus.
Versorgungs- gebiet
Netzart
Aktueller Netzbetreiber
Vertrags- beginn
Laufzeit
Vertrags- ende
Bekannt- machung
Interessen- bekundungs- frist bis
Interessenbekunder
(Datum des Schreibens)
Bernau (Stadtgebiet)
Gas
Stadtwerke Bernau GmbH
01.01.1993
20 Jahre
31.12.2012
11.07.2011
29.02.2012
Stadtwerke Bernau GmbH (04.07.2011)

Seitens der Stadt Bernau bei Berlin ist der Abschluss eines Gaskonzessionsvertrages mit einer Laufzeit von 19 Jahren anzustreben, so dass eine vollständige Harmonisierung aller Gaskonzessionsverträge erreicht wird. Künftig sollen alle Gaskonzessionsverträge der Stadt Bernau bei Berlin zum 31.12.2031 auslaufen.

Der Hauptausschuss der Stadt Bernau bei Berlin wurde in seiner Sitzung am 20.09.2012 über den neu abzuschließenden Gaskonzessionsvertrag für das Stadtgebiet der Stadt Bernau bei Berlin informiert. In dieser Sitzung hat sich nur die Stadtwerke Bernau GmbH den Mitgliedern des Hauptausschusses als Interesse bekundendes Energieversorgungsunternehmen vorgestellt.


Zur Vorbereitung der Beschlussfassung durch die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bernau bei Berlin werden folgende Unterlagen zur Verfügung gestellt:


Anlage 1:            Tabelle "Zusammenstellung der qualifizierten Gaskonzessionsverträge der Stadt Bernau bei Berlin"

Anlage 2:            2. Auflage der Dokumentation Nr. 82 des Deutschen Städte und Gemeindebundes zu Konzessionsverträgen und Konzessionsabgaben 09/2008

Anlage 3:            Informationsschreiben des Städte und Gemeindebundes Brandenburg vom 13.02.2009 zum "Konzessionsverträge/ Wegenutzungsverträge nach EnWG"

Anlage 4:  § 46 EnWG

Anlage 5: Konzessionsabgabenverordnung vom 09.01.1992 (KAV)

Anlage 6:  Angebot der Stadtwerke Bernau GmbH

Anlage 7:            Gemeinsamer Leitfaden von Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur zur Vergabe von Strom- und Gaskonzessionen und zum Wechsel des Konzessionsnehmers vom 15.12.2010


Anlagen:


Aus der Tabelle (siehe Anlage 1) sind alle qualifizierten Gaskonzessionsverträge ersichtlich. Sie gibt Auskunft über den Beginn und das Ende der Verträge, die Laufzeiten, die Vertragspartner, die Bekanntmachungszeitpunkte im elektronischen Bundesanzeiger, das Ende der Interessenbekundungsfristen sowie die Interesse bekundenden Energieversorgungsunternehmen.


Die Dokumentation Nr. 82 des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (siehe Anlage 2) stellt eine Information über die Vergabe von Konzessionen im Allgemeinen dar und soll die wichtigen Änderungen des Energiewirtschaftsrechts aufzeigen sowie ihre Auswirkungen auf die Konzessionsverträge und die Konzessionsabgaben verdeutlichen.


Der Städte- und Gemeindebund Brandenburg gibt in seinem Informationsschreiben vom 13.02.2009 zu Konzessionsverträge/Wegenutzungsverträge nach EnWG (siehe Anlage 3) einen kurzen Überblick über das Verfahren zu Neuvergabe von Konzessionen nach § 46 EnWG, die Auswahlentscheidung bei mehreren Bewerbern und den Stand der Muster-Wegenutzungsverträge.

§ 46 EnWG gestaltet das Verfahren zur Neuvergabe von Konzessionsverträgen (siehe Anlage 4).

Die Konzessionsabgabenverordnung (siehe Anlage 5) regelt die Zulässigkeit und Bemessung der Zahlung von Konzessionsabgaben der Energieversorgungsunternehmen im Sinne des § 3 Nr. 18 EnWG an Gemeinden und Landkreise.

Aus dem Angebot der Stadtwerke Bernau GmbH (siehe Anlage 6) lassen sich alle für die Auswahlentscheidung relevanten Informationen entnehmen. Insbesondere sollte auf die Regelungen zum Wegenutzungsrecht, zu Baumaßnahmen, zu Folgekosten, zu Kommunalrabatten sowie zur Endschaftsregelung geachtet werden.

Der Gemeinsame Leitfaden von Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur zur Vergabe von Strom- und Gaskonzessionen und zum Wechsel des Konzessionsnehmers (siehe Anlage 7) stellt eine Auslegungs- und Anwendungshilfe zur diskriminierungsfreien Vergabe der Konzessionen dar.

Auswahlkriterien

Der Leitfaden (Anlage 7) empfiehlt zur Rechtevergabe die Auswahlkriterien gegenüber den Bietern klar zu benennen. Die Stadtverordnetenversammlung trifft ihre Entscheidung grundsätzlich nach folgenden Kriterien, welche im Übrigen zur Entscheidungsfindung gleichmäßig gewichtet werden:
  • Kommunaler Einfluss auf die örtliche Energieversorgung,
  • Verbesserung der Möglichkeiten der öffentlichen Infrastruktur,
  • Erhöhung der Leistungsfähigkeit in der Energieversorgung,
  • Einsatz regenerativer Energien,
  • Entstehende Einnahmen für den Gemeindehaushalt im Rahmen der Konzessionsabgabenverordnung,
  • Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze.

Da nur ein Energieversorgungsunternehmen sein Interesse bekundet hat, werden die maßgeblichen Gründe entsprechend § 46 Abs. 3 EnWG nicht öffentlich bekannt gemacht.

Politische Entscheidung

Der Städte- und Gemeindebund Brandenburg weist darauf hin, dass es sich im Ergebnis immer um eine politische Entscheidung handelt, mit der die Gemeinde ihrer Verantwortung für die zukünftige Entwicklung der Infrastruktur Rechnung tragen will.

Verweisend auf die Informationsvorlage der Hauptausschusssitzung vom 20.09.2012 wird hier wiederholend herausgestellt, dass der neu abzuschließende Gaskonzessionsvertrag auf dem zwischen dem Städte- und Gemeindebund Brandenburg und der EMB Energie Mark Brandenburg GmbH (EMB) verhandelten Gas-Konzessionsvertrag vom 19.10.2010 basiert.

Nach Rücksprache mit dem Städte- und Gemeindebund Brandenburg wurden an diesem Mustervertrag bis heute keine Änderungen vorgenommen, da die Formulierungen bereits dem Wortlaut des EnWG entsprachen. Nachverhandlungen im Rahmen der Geschäfte der laufenden Verwaltung sind damit weitestgehend unnötig.

Endschaftsregelung

Zusätzlich wird noch einmal auf die Endschaftsregelung des auslaufenden Konzessionsvertrages für das Stadtgebiet hingewiesen. Die Endschaftsregelung in § 7 besagt Folgendes:
  1. Wird das Vertragsverhältnis nicht fortgesetzt, so ist die Stadt berechtigt, alle Versorgungs- und sonstige Betriebsanlagen der SWBe zum Sachzeitwert, auf der Grundlage des ursprünglichen Anschaffungspreises (Bruttowert), zu übernehmen, die ausschließlich der Versorgung des Stadtgebietes dienen.

Möglicher Beschlussvorschlag

Aus der Mitte des kommunalpolitischen Raumes könnte beispielsweise folgender Beschlussvorschlag eingebracht werden:

"Die Auswahlentscheidung nach § 46 Abs. 3 EnWG über den Neuabschluss des Gaskonzessionsvertrages für das Stadtgebiet Bernau wird zu Gunsten Name des Konzessionsnehmers getroffen. Durch die Vergabe der Wegenutzungsrechte an Name des Konzessionsnehmers wird der kommunale Einfluss auf die örtliche Energieversorgung beibehalten. Die Möglichkeiten öffentlicher Infrastrukturpolitik werden verbessert. Durch die Vergabe der Konzession an Name des Konzessionsnehmers entstehen Einnahmen für den Gemeindehaushalt im Rahmen der Konzessionsabgabenverordnung. Arbeitsplätze werden langfristig gesichert."
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Beschlussvorschlag:

Die 5. Stadtverordnetenversammlung beschließt:

"Die Auswahlentscheidung nach § 46 Abs. 3 EnWG über den Neuabschluss des Gaskonzessionsvertrages für das Stadtgebiet Bernau wird zu Gunsten der Stadtwerke Bernau GmbH getroffen.
Durch die Vergabe der Wegenutzungsrechte an die Stadtwerke Bernau GmbH wird der kommunale Einfluss auf die örtliche Energieversorgung beibehalten. Die Möglichkeiten öffentlicher Infrastrukturpolitik werden verbessert. Durch die Vergabe der Konzession an die Stadtwerke Bernau GmbH entstehen Einnahmen für den Gemeindehaushalt im Rahmen der Konzessionsabgabenverordnung. Arbeitsplätze werden langfristig gesichert."

Finanzielle Auswirkungen: Ja

im Verwaltungshaushalt: Nein
im Vermögenshaushalt: Nein

  Einnahmen Ausgaben
geplant:
Haushaltsstelle:
jährliche Folgen:

 

  Deckung
planmäßig: Nein
überplanmäßig: Nein
außerplanmäßig: Nein
Mehreinnahmen: Nein Haushaltsstelle:
Minderausgaben: Nein Haushaltsstelle:
Bemerkung:
Einnahmen gemäß der Konzessionsabgabenverordnung.

Beratungsfolge:

Ausschuss/Gremium Termin J N E
Hauptausschuss 18.10.2012 11 0 0
5. Stadtverordnetenversammlung 25.10.2012 0 0 0