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Unabhängige Fraktion - Änderung des Konzepts zur Gestaltung der Bürgermeisterstraße in Bezug auf den Wochenmarkt + Teilfreigabe des Marktplatzes zur Nutzung als Parkraum (6-160)

Antrag an die Stadtverordnetenversammlung Bernau bei Berlin
Vorlage Nr.:6-160
Version: 1
Eingereicht am:30.10.2014
Typ:Fraktionsvorlage
Öffentlich:Ja

Dateianlagen:

Anlage zur Vorlage 6-160
anlage_zur_vorlage_6-160.pdf (0,60 MB)

 

Inhalt und Begründung:

Auf Grundlage des Beschlusses der 5. SVV vom 31.03.2011, Vorlage 5-1425, werden bauliche Änderungen in der Bürgermeisterstraße und im Bereich des Marktplatzes vorgenommen. Unter anderem die Verlegung von zwei Laufbändern aus Granit an der Ost- und Westseite. Grund hierfür sind die Belange mobilitätseingeschränkter Bürger. In Folge dieser Ausführung wird es nicht mehr möglich sein, den Wochenmarkt in bisheriger Weise durchzuführen. Eine Bestellung der Laufbänder ist nicht möglich, sodass nur ein Ausweichen der Marktstände in die Mitte der Bürgermeisterstraße in Frage käme. Da keine Mittelgasse mehr gebildet werden kann, bliebe nur eine Rücken-an-Rücken-Aufstellung. Auch dies kann nicht geschehen, da für Einsatzfahrzeuge jeglicher Art in diesem Fall die Zufahrt nicht mehr gegeben wäre.

Ebenso ergeben sich durch das östliche Laufband Einschränkungen für das "Café zum Hussiten" und den "Asia-Imbiss". Zwischen Laufband und Bebauung bleibt lediglich ein Streifen von 1,78 m. Hierdurch wird eine Bestuhlung im Außenbereich der beiden Einrichtungen erheblich eingeschränkt.

Für den Wochenmarkt käme nur ein Ausweichen auf dem Marktplatz in Frage. Die Folge wäre eine Ausdünnung der Marktstände, die nur in geringerer Anzahl als am bisherigen Standort Platz finden würden.

Nach diversen Gesprächen mit Händlern, Besuchern und dem anliegenden Einzelhandel ergab sich folgendes Bild: Die baulichen Änderungen werden in dieser Form nicht gewollt, ebenso wenig das Ausweichen des Wochenmarktes auf den Marktplatz. Es kamen Anregungen, ein einzelnes Laufband in der Mitte der Bürgermeisterstraße zu verlegen bzw. an der Westseite entlang. So könnte die bisherige Stellordnung beibehalten werden. Ebenso wurde eine zeitliche begrenzte Öffnung des Marktplatzes zur Nutzung als Parkraum zum Wochenmarkt angesprochen. Eine Unterschriftensammlung unter den Markthändlern, die in der vorletzten SVV dem Bürgermeister überreicht wurde, ergab, dass diese einmütig fordern, in der Bürgermeisterstraße verbleiben und den Marktplatz als Parkplatz nutzen zu können.

Zudem ist auf das Ergebnis "Funktionsanalyse Wochenmarkt" hinzuweisen. Hier kam man hinsichtlich der Standortwahl zu klaren Aussagen:

"Der Wochenmarkt in der Bürgermeisterstraße verfügt über eine zentrale Lage in der Altstadt von Bernau und im Umfeld des Standortes schließt sich unmittelbar eine verdichtete Wohnbebauung an, welche zusätzliche Kaufkraft in fußläufiger Erreichbarkeit generieren kann. Während die ÖPNV-Anbindung positiv zu bewerten ist, stellt sich die Parkplatzsituation als schwierig dar."

"Der Standort Bürgermeisterstraße ist für den Wochenmarkt von Bernau bei Berlin zu präferieren, da dieser einen angestrebten Flaniercharakter unterstützt und die Kopplungspotenziale mit dem stationären Einzelhandel ideal genutzt werden können. Sowohl Händler des Wochenmarktes als auch der stationäre Einzelhandel unterstützen weitgehend einheitlich den Standort Bürgermeisterstraße. So wurde durch die Wochenmarkthändler die aktuelle Standortlage mit der zweitbesten Note 1,9 aller Standortfaktoren bewertet."

"Ein Wochenmarkt entlang der Bürgermeisterstraße lädt zum einen aus Sicht der Wochenmarkthändler zum Bummeln ein, ein Effekt, welcher in der Vergangenheit auf dem beengten Marktplatz nicht beobachtet wurde. Eine Konzentration auf dem Marktplatz verstärkt Zielkäufe anstelle eines gesamten Einkaufsbummels. Zu Hauptfrequenzzeiten entsteht schnell der Eindruck einer "Überfüllung", welcher die Kundenakzeptanz schmälert, außerdem sind die räumlichen Entwicklungsperspektiven auch hinsichtlich einer zusätzlichen Händlerakquisition begrenzt."

"Aus Sicht des stationären Einzelhandels bewirkt der aktuelle Wochenmarktstandort eine Verteilung der Kundenfrequenz über die gesamte Bürgermeisterstraße, alle ansässigen Anbieter können grundsätzlich daran partizipieren. Es sei noch einmal auf die Ergebnisse der Kundenbefragung verwiesen, wonach ca. 60 % der Kunden den Besuch des Wochenmarktes immer mit einem regelmäßigen oder häufigen Einkauf in der Innenstadt verbinden. Es besteht somit eine spürbare Wechselwirkung zwischen dem Wochenmarkt und der Innenstadt."

"Das Thema Parken stellt einen wichtigen Faktor für die zukünftige Entwicklung des Wochenmarktes dar, eine Verbesserung der Parksituation für Händler und Kunden ist anzustreben. Ziel ist es, durch die Lösung des Parkproblems, die Neugewinnung von Händlern für den Bernauer Wochenmarkt zu erleichtern und auch die Kundenfrequenz in der Bürgermeisterstraße zu erhöhen."

Der Auftrag für die Baumaßnahmen wurde bereits ausgelöst, trotzdem sollte man sich der gegebenen Probleme und deren Lösung nochmals annehmen, da sie vor allem aus Händlersicht nicht ausreichend bedacht worden sind. Eine Erhöhung der Attraktivität der Innenstadt, wie von allen Seiten gewünscht, laufen sich sie eher zuwider. Während an anderer Stelle Arbeitsplätze als wichtiges Kriterium angeführt werden, wird durch eine Ausdünnung der Marktstände infolge der Umbaumaßnahmen eine massive Schädigung von Existenzen hingenommen. Zudem wird die Attraktivität des Marktes ohne Not gefährdet.

Im übrigen ist auch im derzeitigen Zustand des Mittelstreifens keine wesentliche Einschränkung mobilitätseingeschränkter Bürger festzustellen. Die beiden erhöhten Rondelle werden dem übrigen Niveau ohnehin demnächst angepasst und damit Gefahrenstellen behoben.

Letztendlich gilt es, den Markthändlern, dem anliegenden Einzelhandel und den Bürgern in ihren Wünschen Rechnung zu tragen und ein eventuell nicht ausgegorenes Projekt nochmals abzuwandeln.

Beschlussvorschlag:

Die Stadtverwaltung wird beauftragt:

1. eine Prüfung durchzuführen, ob und zu welchen Kosten das Bauvorhaben Bürgermeisterstraße/Laufbänder hin zur Errichtung eines Laufbandes in der Mittelgasse oder eines einzelnen auf der Westseite abgeändert werden kann,

2. bei der Unteren Straßenverkehrsbehörde einen möglichst weitgehenden Antrag auf Erteilung einer straßenverkehrsrechtlichen Anfordnung zur Ermöglichung der Nutzung des Marktplatzes als Parkplatz zu stellen.   

Finanzielle Auswirkungen: Nein


Beratungsfolge:

Ausschuss/Gremium Termin J N E
6. Stadtverordnetenversammlung 27.11.2014 0 0 0