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Sommer im Stadtpark
 

Fraktion DIE LINKE / Bündnis 90 - Grüne / Piraten / SPD / Freie Fraktion - Rehabilitation der zu Unrecht wegen Hexerei verfolgten, verurteilten und hingerichteten Frauen und Männer der Stadt Bernau (6-784)

Antrag an die Stadtverordnetenversammlung Bernau bei Berlin
Vorlage Nr.:6-784
Version: 1
Eingereicht am:06.03.2017
Typ:10 v. H. aller Stadtverordneten
Öffentlich:Ja

Inhalt und Begründung:

Während der Hexenverfolgungen wurden von 1536 bis 1658 in Bernau bei Hexenprozessen 25 Frauen und drei Männer wegen angeblicher Zauberei verfolgt, gequält und mitunter bei lebendigem Leib verbrannt (s. Anlage).
Der erste Höhepunkt dieser Verfolgungswelle fand 1617 statt und jährt sich damit in diesem Jahr zum vierhundertsten Mal. Bis heute gibt es gegen dieses Unrecht keine offizielle Verlautbarung der Stadt Bernau bei Berlin.
Um an dieses Unrecht unserer Vergangenheit zu erinnern und für die heutige Zeit ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung zu setzen, beantragen wir , die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bernau möge die Opfer der Hexenprozesse rehabilitieren, um die Ehre der durch die Hexenprozesse verfolgten und hingerichteten Bernauerinnen und Bernauer wieder herzustellen.
Dieser Antrag beinhaltet nicht eine juristische, sondern eine symbolische moralisch-ethische Rehabilitierung.
Aus heutiger Sicht sind die wegen Hexerei verurteilten Frauen und Männer im Sinne der Anklage für unschuldig zu erklären. In Zeiten der modernen Naturwissenschaften ist jedem einsichtig, dass ein Mensch nicht auf einem Besenstiel zum Hexensabbat fliegen oder mit Zauberei Wetterkatastrophen oder Krankheiten bewirken kann. Dennoch sind die Opfer der Hexenprozesse nie rehabilitiert worden, sie gelten bis heute als schuldig im Sinne der Anklage. Das erlittene Leid und geschehene Unrecht sind nie öffentlich anerkannt worden. Es muss deutlich gesagt werden: Es gab keine "Hexen", sondern Menschen wurden durch die Folter zu "Hexen" gemacht. Viele Hexenprozessakten aber bezeugen, dass viele Angeklagte trotz schlimmster Martern an ihrer Unschuld bis zu ihrem letzten Atemzug festhielten.
Eine sozialethische Rehabilitation der Verurteilten soll im Sinne der Menschenwürde, der Menschenrechte und der Humanität, der Wiederherstellung ihrer individuellen Ehre sowie dem dauerhaften Gedenken an diese unschuldigen Opfer dienen.
Es ist in unserer Gegenwart und Gesellschaft sinnvoll und wichtig, eine solche öffentliche Erklärung abzugeben, da auch in der Gegenwart Feindseligkeiten und Vorurteile, Gerüchte und Verdächtigungen gegen Menschen oft zu ihrer gesellschaftlichen Ächtung und Ausgrenzung führen. Die öffentliche und hemmungslose Diskriminierung und Diffamierung von Einzelnen oder Menschengruppen führen bis heute zu offenen oder heimtückischen Gewaltanwendungen gegen Menschen.
Die Stadt Bernau hat mit solch einer Erklärung die historische Chance, ein symbolisches Zeichen gegen körperliche und geistige Gewalt zu setzen. Die öffentliche Rehabilitation der durch die Hexenprozesse zu Tode gekommenen Personen stellt eine klare und deutliche Willensbekundung gegen jegliche Missachtung der Menschenwürde und Menschenrechte in unserer Zeit dar.

Beschlussvorschlag:

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bernau beschließt die Rehabilitierung der in der Zeit der Hexen- und Zaubererverfolgung des 16. und 17. Jahrhunderts hingerichteten Menschen durchzuführen und fasst dabei folgenden Beschluss:
Die Rehabilitation der unschuldig gequälten und hingerichteten Opfer der Hexen- und Zaubererverfolgung in Bernau während des 16. und 17. Jahrhunderts ist ein Akt im Geiste der Erinnerung und Versöhnung. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bernau verurteilt diese Gewalt, die an Frauen und Männern begangen wurde. Sie gedenkt der Opfer, rehabilitiert sie öffentlich und gibt ihnen damit heute im Namen der Menschenrechte ihre Ehre zurück.
Wenngleich die Stadt Bernau nicht Rechtsnachfolgerin der damals Verantwortlichen ist, so besteht dennoch eine ethische Verpflichtung gegenüber den Opfern und ihren Familien. Angesichts der lokalen Geschichte steht die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bernau zu dieser Verpflichtung.

Finanzielle Auswirkungen: Nein


Beratungsfolge:

Ausschuss/Gremium Termin J N E
Hauptausschuss 30.03.2017 7 0 3
6. Stadtverordnetenversammlung 06.04.2017 23 3 8
 
 
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Zuständigkeitsordnung

Zuständigkeitsordnung für die ständigen Ausschüsse der Stadtverordnetenversammmlung der Stadt Bernau bei Berlin und den Bürgermeister in der Fassung der fünften Änderung vom 12. Juni 2019 (Lesefassung)

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