Neues Rathaus aus der Perspektive vom Markt
Bauarbeiten in Friedenstal
 
8. Oktober 2018

Drei Jahrzehnte Berufserfahrung für den Rathausneubau

Werner Mayer-BielaHerr über die Pläne: Werner Mayer-Biela (Mitte) ist der Bauleiter für den Rathausneubau. Gemeinsam mit Christin Wolscht und Frank Milkert vom Bauamt kümmert er sich um einen möglichst reibungslosen Bauablauf.

Fünf Großbauprojekte in 15 Jahren, darunter ein Schulbau in Frankfurt am Main, zeichnen die weitreichende Expertise des Bauleiters des Neuen Rathauses in Bernau aus.

Wer an der Baustelle für das Neue Rathaus an der Ecke Bürgermeisterstraße/Grünstraße vorbeikommt, der sieht, dass der Rohbau Tag für Tag mehr an Gestalt gewinnt. Es benötigt qualifizierte und erfahrene Menschen, um ein solches Großbauprojekt zu realisieren. Einer von ihnen ist Werner Mayer-Biela – der Bauleiter des Neuen Rathauses.

Neben der Ausschreibung aller Hochbaugewerke verantwortet der gelernte Bauzeichner beim Rathausneubau zudem die entsprechende Angebotswertung. Er kümmert sich um die Bauleitung vor Ort. Dazu zählen die Planung des Bauablaufs und die Logistik, die Erstellung und Überwachung aller Bauzeitenpläne sowie die Kontrolle der Baukosten. Außerdem koordiniert er sämtliche Hochbaugewerke für das Bauprojekt.

Werner Mayer-Biela studierte nach seiner Berufsausbildung Architektur und kann eine 30-jährige Berufserfahrung in der Bauprojektleitung vorweisen. #BERNAUER hat daher genauer bei ihm nachgefragt.

Herr Mayer-Biela, welche Herausforderungen bringt der Rathausneubau mit sich?

Eine besondere Herausforderung, die es zu bewältigen galt und die nunmehr im Wesentlichen erfolgreich hinter uns liegt, war die Herstellung der Fundamente und der Baugrube. Ansonsten stellt das Einhalten und Erreichen der Planungsziele unter dem vorgegebenen Kosten- und Termindruck eine grundsätzliche Herausforderung dar, die allerdings bei jedem Bauprojekt gegeben ist. Unmittelbar vor uns liegt jetzt die Bewältigung des komplizierten Rohbau-Tragwerks, um den Bürgersaal und den offenen Luftraum, der sich vom Erdgeschoss bis zum fünften Obergeschoss zieht, herzustellen.

Wo wird „nachhaltiges Bauen“ beim Neuen Rathaus realisiert?

Der Neubau wird mit einem hohen Energiestandard umgesetzt, angelehnt an den KfW 55-Standard. Zudem wird das Neue Rathaus an das Fernwärmenetz angeschlossen. In der Fassade erfolgt der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen, indem wir zum Beispiel Holzfenster einsetzen. Außerdem entsteht durch die natürliche Lüftung der Büroräume ein geringer technischer Aufwand für die mechanische Belüftung.

Was sind aus Ihrer Sicht architektonische Besonderheiten?

Vom Bürgersaal mit der vorangestellten Loggia geht sicherlich eine zentrale gestaltende Kraft aus. Aber auch der offene Luftraum, der vom Erdgeschoss bis hin zum fünften Obergeschoss geht, weist eine hohe architektonische Qualität auf. Es wird dadurch ein großer Aufenthaltswert geschaffen. Außerdem entsteht durch den Rücksprung des 5-stöckigen Hauptbaus ein Vorplatz, der sich dem Marktplatz und der Kirche zuwendet und damit zu einer Aufwertung des Stadtraumes beiträgt.

Vom französischen Lyriker Paul Valéry stammt der Ausdruck „Architektur ist zu Stein gewordene Musik“. Wenn es so wäre, wonach würde für Sie das Neue Rathaus klingen?

Normalerweise würde ich mich bei der Beantwortung der Frage auf die Außenarchitektur beziehen. Aber beim Neuen Rathaus ist das ganz anders. Die Fassade lässt nicht erahnen, was sich Besonderes dahinter verbirgt. Denn im Inneren des Gebäudes gibt es einen offenen Luftraum. Wie ein Fluss zieht er am Bürgersaal und an den einzelnen Etagen vorbei. Das erinnert mich am ehesten an „Die Moldau“ von Smetana.

Das Neue Rathaus wird nach der Fertigstellung im Jahr 2020 die zentrale Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger in Bernau werden. Wodurch wird das neue Haus die Behördengänge erleichtern?

Das Rathaus wird angenehme Aufenthaltszonen für die Besucher bieten und mit einem offenen, modernen Bürgerbüro aufwarten. Alle Bereiche sind barrierefrei und durch ein modernes Leitsystem auffindbar. Zudem sind alle Etagen mit Aufzügen schwellenlos erreichbar. Durch die breiten Flure und die einladenden Begegnungszonen wird die Grundlage für einen kommunikativen Austausch geschaffen. Und zwar nicht nur bei den Verwaltungsangestellten, sondern auch bei den Bürgern.

Was sollten sich die Bürger Ihrer Meinung nach unbedingt nach der Fertigstellung des Neuen Rathauses ansehen?

Die Bürger sollten sich natürlich den Bürgersaal im ersten Stock ansehen. Außerdem ist eine Besichtigung des künftigen Bürgerbüros im Foyer lohnenswert, denn bei dieser Gelegenheit können die Besucher automatisch ihren Blick durch den Luftraum im Inneren schweifen lassen. Ein Abstecher auf die Dachterrasse im vierten Stock ist ebenfalls empfehlenswert. Genauso dürfte wohl der Ausblick von der geplanten Aussichts-Plattform in der sechsten Etage die meisten Besucher interessieren.

 
 
 
 
 

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