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5. September 2013

Skulpturensammlung in Bernau: Aus den Vorgärten des SED-Politbüros

Skulpturensammlung_Sitzende"Schwimmerin" von Ludwig Engelhardt (Bronze, 1960). Foto: Pressestelle/au (Bild: 1/3)

Die DDR ging unter, doch die Schwimmerinnen haben überlebt. Diesen Eindruck erhält man bei einem Besuch der Skulpturensammlung aus der Waldsiedlung, dem ehemaligen Sitz des einstigen SED-Politbüros. Dessen Mitglieder mochten es privat eher weniger pathetisch, weshalb die Skulpturen namhafter deutscher Bildhauer in ihren Vorgärten schlicht gehaltene Tiere und Menschen zeigten, darunter vor allem Schwimmerinnen. Im Kunstraum Innenstadt in Bernau, Bürgermeisterstraße 1, sind diese Skulpturen seit Juni ausgestellt. Am Wochenende werden an zwei Gesprächsabenden Künstlerbiografien und Werke unter die Lupe genommen.

Am morgigen Freitag (6. September) um 19 Uhr lädt das Bernauer Kulturamt zu einem Gesprächsabend in die Ausstellung „Skulpturensammlung der Waldsiedlung Bernau“ ein. In der ersten Veranstaltung einer dreiteiligen Gesprächsreihe berichtet der in Bernau lebende Bildhauer Friedrich B. Henkel von seinen Erlebnissen mit verschiedenen Künstlern, deren Werke in der Ausstellung vertreten sind. Henkel absolvierte Ende der 1950er Jahre ein Bildhauerstudium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei Theo Balden und Waldemar Grzimek. In der Folgezeit arbeitete er bei Grzimek im Atelier. Von 1966 bis 1969 war er Meisterschüler an der Akademie der Künste Berlin bei Fritz Cremer, dem Erschaffer des Buchenwald-Denkmals. Beiden Künstlern, Grzimek und Cremer, die auch mit Exponaten in der Skulpturensammlung vertreten sind, stand Henkel über Jahre sehr nahe – als Schüler, Mitarbeiter und Freund. Er wird aus dieser Zeit sehr persönliche Geschichten und Erlebtes erzählen und damit einen neuen und erweiternden Fokus auf die national bedeutenden Bildhauer des 20. Jahrhunderts legen. Das Gespräch leitet Dr. Fritz Jacobi, Kunsthistoriker und ehemaliger Kustos an der Neuen Nationalgalerie Berlin.

Nicht zur Gesprächsreihe gehörend, aber als Sonderveranstaltung anlässlich des Tags des offenen Denkmals konzipiert, referiert der Journalist Herbert Schirmer am Sonntag, dem 8. September, um 17 Uhr zu den Skulpturen. „Die Skulpturen der Waldsiedlung – Schmuckgegenstände für Politprominenz oder bedeutendes öffentliches Kulturerbe? Geplündert, demoliert, restauriert. Und nun?“ lautet das Thema, dem sich Schirmer widmet. Er war Kulturminister im Kabinett von Lothar de Maizière und ist Initiator des Dokumentationszentrums „Kunst in der DDR“.

Seit Juni präsentiert die Stadt Bernau in der Bernauer Innenstadt die Skulpturensammlung aus der Waldsiedlung, der früheren Wohnsiedlung des einstigen SED-Politbüros. Ursprünglich standen dort die Kunstobjekte, um 1960 zusammengetragen von Heinz Gläske, dem Leiter des Sonderbaustabes 10, und dem Bildhauer Waldemar Grzimek. Diese hatten die Skulpturen in den Ateliers Berliner Künstler ausgewählt und in die Waldsiedlung gebracht. Bis 1989 standen die Objekte in den Vorgärten der Regierungsmitglieder. Noch im Dezember 1989 mussten auf Beschluss der Modrow-Regierung die Bewohner ihre Häuser verlassen. Der Sonderstatus des bis dahin streng abgeschirmten und bewachten Areals war aufgehoben. Seit dieser Zeit erfuhren die Kunstwerke ein wechselvolles Schicksal, bis vor drei Jahren die Stadt Bernau bei Berlin diese Skulpturen aufwändig restaurieren ließ und nun insgesamt 20 Bildhauerarbeiten im Kunstraum Innenstadt, Bürgermeisterstraße 1, der Öffentlichkeit präsentiert. Die Öffnungszeiten sind mittwochs bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

 
 
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