Frühling am Gaskessel
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20. Juni 2018

„Meditation Art": Neue Ausstellung im Ratssaal

Ausstellung Rathaus BernauNeben vielen Materialcollagen des Künstlers Patrick Ladewig ist im Bernauer Ratssaal auch sein Werk "Fouth industrial Revolution" zu sehen. (Bildnachweis: Patrick C. Ladewig)

Die Ausstellung „Meditation Art - Materialcollagen“ ist seit Mittwoch, dem 20. Juni, im Bernauer Rathaus (Ratssaal) zu sehen. Die Ausstellung kann bis zum 10. August zu den Öffnungszeiten des Rathauses besucht werden. Der Eintritt ist frei.

Zur Person und zum Werk:

Der Künstler Patrick Colin Ladewig ist ganz von dieser Welt und begibt sich doch immer wieder in eine andere, fremde. So jedenfalls lässt es sich vermuten, wenn man die Titel seiner Bilder „Uckermark“, „Green impact“, „Oak meets Cherry“, oder „Fouth industrial revolution“ liest. In der Tat ist das so. Das eine muss das andere nicht ausschließen. Patrick Ladewig arbeitet mit Naturmaterialien – Holz, Bambus, Kirschkernen, Eicheln, Schneckenhäusern und Steinen. Oder er verwendet Fundstücke – vom Zahnrad bis zum Illustrierten-Foto. Aus allem macht er Kunst - seine Kunst. Nichts belässt er in dem Zustand, wie er es findet. Er bringt die Dinge in den Dialog zueinander. Er gibt ihnen eine bewusste Neuordnung. Er schafft neue Strukturen. Er verändert sie radikal. Nämlich dann, wenn er mit Metallic-Farben flächendeckend Naturgegebenes auflöst und die Gegenstände in einen neuen Kontext setzt. Eicheln erhalten ein metallisch glänzendes Tannengrün, Schneckenhäuser werden effektvoll in einen goldenen Strahlenkranz aus dünnen Holzspießen gesetzt, Kirschkerne kontrastieren mit einem beigefarbenen Lacküberzug zum eichenen Holzrahmen, der grobe Bearbeitungsspuren trägt. Patrick Ladewig geht in den Widerspruch, nennt man ihn einen Künstler. Er möchte sich mehr als Kunsthandwerker verstanden wissen. Wer seine Bilder sieht, ahnt, was er meint. Er fühlt sich der Natur und dem, was sie hervor bringt, eng verbunden. Ein (Kunst-)Werk schaffen, das fängt mit dem haptischen Erkunden an und kann bis zu einem spirituellen Erleben gehen.

Patrick Ladewig lebt das in der Kunst aus, was ihn bewegt. Er reagiert auf äußeres Alltagsgeschehen, auf aktuelle Ereignisse ebenso wie auf innere Befindlichkeiten. Immer ist es eine Bewegtheit, die er künstlerisch verarbeitet. Sie ist nicht gesteuert, sie ist da. Oder wie Patrick Ladewig es beschreibt: „Es steckt in mir und muss einfach raus. Es passiert so viel, das muss verarbeitet werden. Wir leben in politisch unruhigen Zeiten.“ Er ergänzt: „Ich bin immer im Jetzt, ich arbeite für den Moment. Das Unbewusste steckt in uns allen. Für mich gelangt es im Schaffen ins Bewusstsein und so stehe ich ganz im realen Leben.“

Wer solche Sätze formuliert, hat eine Suche hinter sich (oder ist noch immer unterwegs). Der Künstler hat sich bereits als Kind für Kunstgeschichte interessiert. Als Jugendlicher setzt er seine Ideen handwerklich kreativ im T-Shirt-Druck um, später restauriert er Möbel. Dann wendet er sich den traditionellen Thai-Massagen zu, erlernt die Techniken und wird selbst Lehrer und Vermittler. Seit dieser Zeit ist er viel in Asien unterwegs, setzt sich mit asiatischer Kulturgeschichte, mit den Lebensphilosophien und Lebensweisen auseinander. Die Erfahrungen übernimmt er ins eigene Leben und in seine künstlerische Arbeit. Denn: Er lebt immer im Hier und Jetzt! Er antwortet kreativ auf Zeitfragen und entwickelt eine konkrete Haltung. Nicht zuletzt lässt sich diese in den Collagen aus gerissenem Fotomaterial aus Zeitungen und Illustrierten ablesen. Realer geht es kaum.

Patrick C. Ladewig lebt als freischaffender Künstler, Kunsthandwerker und Autor in Berlin und in der Uckermark.

 
 
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