einverstanden Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite für Sie möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Wenn Sie fortfahren, stimmen Sie der Verwendung von Cookies auf dieser Webseite zu. Weiterführende Informationen erhalten Sie in der Datenschutzerklärung.
Sommer im Stadtpark
 
8. Mai 2020

Bernau gedenkt des 8. Mai

8.-Mai-2020_1Bürgermeister André Stahl, Irina Krestova und Anatoly Ivanov, III. Sekretär der Russischen Botschaft, beim Gang zum Ehrenmal für die Gefallenen der Roten Armee. (v.l.n.r., Foto: Pressestelle/au) (Bild: 1/6)

Still, aber eindrucksvoll war in Bernau das Gedenken zum 8. Mai. Das Netzwerk für Weltoffenheit, die Stadt Bernau und einige Bürgerinnen und Bürger legten Blumen und Kränzen an den beiden Denkmälern nieder, die an die Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnern.

Genau vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg, der über 60 Millionen Todesopfer, unzählige an Körper und Seele Verstümmelte, zerstörte Städte und verwüstete Landstriche forderte. Genau vor 75 Jahren wurde aber auch die Grundlage für einen friedlichen Neuanfang und für Aussöhnung gelegt. In diesem Sinne statteten auch Irina Krestova und Anatoly Ivanov, III. Sekretär der Russischen Botschaft, Bernau am Morgen einen Besuch ab, um zusammen mit Bürgermeister André Stahl am Deserteurdenkmal und am Ehrenmal für die Gefallenen der Roten Armee innezuhalten und einen Kranz abzulegen. Bereits einen Tag zuvor nahm er an der Gedenkveranstaltung auf dem Waldfriedhof in Lobetal teil, wo ein Mahnmal an die Opfer von Hunger, Krankheit und Flucht infolge des Zweiten Weltkrieges erinnert.

„Das Gedenken zum 8. Mai ist in diesem Jahr ein besonderes. Es ist stiller und individueller als bisher, aber wir halten daran fest, weil es uns wichtig ist, unseren Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten. Nach unendlichem Leid dürfen wir seit 75 Jahren in Frieden leben – das ist ein unermesslicher Schatz“, so Bürgermeister André Stahl.

Waren die offiziellen Gedenkveranstaltungen in den Vorjahren mit Redebeiträgen und Musik begleitet worden, so gestaltete sich das Gedenken in diesem Jahr individueller. Wegen der anhaltenden Pandemiegefahr war vor allem darauf zu achten, dass keine Versammlungen stattfinden. So informierte die Stadt mittels Schautafeln und Handzetteln über die Hintergründe des heutigen Gedenktages. Individuelles Gedenken wird so leichter möglich – zudem können sich Interessierte mit den Handzetteln eine kleine Erinnerung an den heutigen Gedenktag mit nach Hause nehmen.

Etliche Bernauerinnen und Bernauer nahmen die Gelegenheit wahr, um der Opfer des Faschismus, des Zweiten Weltkriegs und besonders der Gefallenen der Roten Armee zu gedenken, denn mehr als 400 Sowjetsoldaten sind auf dem Gelände des Ehrenmals begraben. Die Rote Armee erreichte Bernau am 20. April 1945 und setzte als ersten Stadtkommandanten den erst 19-jährigen Konrad Wolf ein, der in Deutschland geboren, seine Kindheit und Jugendzeit in Moskau verbrachte und als Sowjetbürger und Soldat der Roten Armee unter den besonderen Umständen des Krieges nach Deutschland zurückkehrte. Der spätere DEFA-Regisseur verarbeitete seine Erlebnisse im Jahre 1968 in seinem Film „Ich war Neunzehn“. An Wolf erinnert ebenfalls ein Denkmal an der Stadtmauer, zwischen dem Sowjetischen Ehrenmal und dem Stadtgärtnerhaus gelegen.

Zum Hintergrund
Der 8. Mai ist der „Tag der Befreiung“, denn an diesem Tag im Jahr 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa mit der Niederlage des Deutschen Reiches und der bedingungslosen Kapitulation seiner Armee, der „Wehrmacht“. In Asien ging das Morden noch drei Monate weiter und endete erst Anfang August mit den Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki. Insgesamt forderte der Zweite Weltkrieg rund 60 Millionen Tote, unzählige körperlich und seelisch Verstümmelte und zerstörte Städte und Landstriche.

Fast die Hälfte der Todesopfer, rund 27 Millionen Menschen, hatte die Sowjetunion zu beklagen. Damit trug dieser Vielvölkerstaat die Hauptlast des Zweiten Weltkriegs. Rund 13 Millionen sowjetische Soldaten starben, ehe in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai vor 75 Jahren die Kapitulationsurkunde in Berlin-Karlshorst von Vertretern des Deutschen Reiches unterzeichnet wurde.

 
 
Suche in Stadtnachrichten
Stadtnachrichten per E-Mail