Wasserturm.jpg
Bannerfoto_2.jpg
 
1140

Albrecht der Bär gründete die Stadt Bernau (Sage)
Der Sage nach soll sich um 1140 Markgraf Albrecht, genannt »der Bär«, auf der Jagd in den üppigen Pankewäldern verirrt haben. Schließlich fand er einen einsamen Gasthof, wo ihm das Bier so vorzüglich schmeckte, dass er noch am selben Abend beschloss, an Ort und Stelle eine Stadt zu gründen.

Albrecht der Bär — Festumzug1141 — Albrecht der Bär — Festumzug 2010 (Bild: 1/3)

1232

Vermutliche Stadtgründung
Die Stadtgründung blieb keine Biertischidee, denn kaum hundert Jahre später soll sie vollzogen worden sein. Gründungsurkunden sind leider nicht erhalten.

Stadtgründung — Festumzug 20101232 — Stadtgründung — Festumzug 2010 (Bild: 1/2)

1292

Erste urkundlich nachweisbare Erwähnung von Bernau
Propst Konrad zu Brandenburg erteilte in päpstlicher Vollmacht eine Dispensation für die Ehe des Fürsten Heinrich von Mecklenburg mit Beatrix von Brandenburg. Unter den sechs Zeugen war auch Ludolf, der Propst von Bernau, wie seine Unterschrift und sein Siegel beweisen.

Bernau Kupferstich nach MerianBernau — Kupferstich nach Merian

1325

Ermordung des Probstes von Bernau
Probst Nicolaus Cyriacus wollte 1325 in Berlin den sogenannten Petersgroschen für den Papst einfordern. Nicht nur das machte ihn den Berlinern unsympathisch, sondern auch seine Anhängerschaft zum sächsisch-askanischen Herzog Rudolph.

Ermordung Probst — Festumzug1325 — Ermordung des Probstes — Festumzug 2011 (Bild: 1/2)

1328

Gründung der Tuchmachergilde und der Stiftung St.-Georgen-Hospital
Die Tuchmachergilde gehörte zu den bedeutendsten und wohlhabendsten Gilden im Mittelalter. Aus den Tuchmacher-söhnen sind viele Gelehrte und Geistliche hervorgegangen, so beispielsweise Rollenhagen und Praetorius.
Reiche Tuchmacher und Wollweber wollten alten bedürftigen Bernauern ein Zuhause geben und gründeten eine Stiftung. Das St.-Georgen-Hospital und die -Kapelle wurden 1432 bei der Belagerung durch die Hussiten zerstört und später neu aufgebaut.
[weitere Informationen zum St.-Georgen-Hospital]

St.-Georgen-HospitalSt.-Georgen-Hospital (Bild: 1/5)

1378

Gründung der Kalandsgilde
Die Kalandsgilde sammelte nicht unerhebliche Zuwendungen wohlhabender Bürger, um Notleidenden zu helfen und Sterbenden geistlichen Trost zu spenden. Der zunehmende Reichtum führte jedoch nicht zu größeren Wohltaten, sondern zu immer üppigeren Schmaus- und Trinkgelagen, die der Kalandsgilde Spott und Missachtung einbrachten. Vom Bethaus des Bernauer Kalands ist noch die Kalandsstube im Restaurant „Schwarzer Adler“ erhalten.

Kalandsgilde — Festumzug1378 — Gründung der Kalandsgilde — Festumzug (Bild: 1/2)

14. Jh.

Bau der Stadtmauer mit drei Stadttoren
Nachdem Bernau mit Privilegien und Rechten ausgestattet worden war, musste eine Befestigung her. Zunächst wurden Wälle und Gräben errichtet. Wann genau im 14. Jahrhundert die Stadtmauer errichtet wurde, ist ungewiss.

StadtmauerStadtmauer (Bild: 1/10)

14./15.Jh.

Bierbraugewerbe
Nicht nur seine Gründung, sondern auch seine wirtschaftliche Blüte verdankte Bernau dem Bier. Am 28. Juli 1423 erteilte Kurfürst Friedrich I. der Stadt das Privileg, ihr Bier zollfrei fahren und vertreiben zu dürfen.
In 144 von 310 Wohnhäusern wurde Bier gebraut.

Bierbrauer — Festumzug 201014./15. Jh. — Bierbrauer — Festumzug 2010 (Bild: 1/4)

1402

Quitzows — Bauern-Wehr in Börnicke
An der Wende zum 15. Jahrhundert wurde die Mark durch Adelsfehden und Raubrittertum verwüstet. Im November 1402 wollten die Quitzows (ein Adelsgeschlecht) mit ihren Verbündeten, den Pommern, Bernau gewinnen. Während die Pommern Bernau angriffen, lagerten die Quitzows mit ihrer Schar in Börnicke. Hier wurden sie von den Brandenburgern — mit tatkräftiger Unterstützung der Börnicker — angegriffen und geschlagen.

Bauern-Wehr Börnicke — Festumzug1402 — Bauern-Wehr Börnicke — Festumzug 2011

1406

Große Feuersbrunst
Sie zerstörte fast die ganze Stadt. Wen wundert es, schließlich waren Holzhäuser und Strohdächer gang und gäbe. Auch das Rathaus und damit viele Urkunden und Dokumente fielen den Flammen zum Opfer.

Feuerbrunst — Festumzug1406 — Große Feuersbrunst — Festumzug

1418

Schützenwesen in Bernau
Das erste Mal wird die Schützengilde erwähnt, als sie die Genehmigung zum Vogelschießen erhielt. 1852 ließ die Gilde eine Schützenfahne mit prachtvoller Gold- und Seidenstickerei anfertigen. Eine erneuerte Version ist bis heute im Heimat-museum zu bewundern.

Schützenwesen — Festumzug1418 — Schützenwesen — Festumzug 2011

1432

Hussiten vor Bernau
1432 führten die Hussiten einen Angriff gegen die Mark Brandenburg.
Es wird berichtet, dass dieser Feldzug bis vor die Tore Bernaus führte. Die gute Stadtbefestigung verhinderte größere Zerstörungen. Auch soll das Bernauer Bier von Nutzen gewesen sein.

Gennermann — Hussiten1432 — Hussiten vor Bernau (Grafik: Utz Gennermann) (Bild: 1/4)

1483-1485

Stadtbrände
1483 oder 1485 begann nachts ein Feuer und zerstörte fast die Hälfte der Stadt — auch das wiederaufgebaute Rathaus. Schnell wurde der Eigentümer Kogge der vorsätzlichen Brandstiftung verdächtigt, daraufhin floh dieser mit seiner Familie nach Spandau. Es stellte sich heraus, dass seine Nachbarin, „ein liederliches Weib“, das Feuer gelegt hatte, um sich an den Bernauern zu rächen, die ihre Tochter in den Straßen und Schänken als Dirne verspotteten.


1519

Vollendung des Baus der St.-Marien-Kirche

Laut einer Innschrift wurde die St.-Marien-Kirche — früher St.-Katharinen-Kirche — 1519 vollendet. Da 1490 bereits der Doppelturm an der westlichen Seite vollendet wurde, stand das Hauptschiff wahrscheinlich schon früher und 1519 wurden die letzten Innenausbauten beendet.
Über Ursprung und Alter der Kirche ist durch viele Aus-, Um- und Erweiterungsbauten wenig bekannt. Die beiden Schiffe der Nordseite sind vermutlich die ältesten und stammen aus dem 13. Jahrhundert — sie wurden allerdings später umgebaut.

BeSt_IMG_1761 33.jpgSt.-Marien-Kirche (Bild: 1/4)

1539

Reformation in der Mark
Obwohl der Kurfürst Joachim I. die Verbreitung der Reformation zu verhindern versuchte, gewann Luthers Lehre immer mehr Anhänger. Auch in Bernau waren 1539 fast alle Einwohner lutherisch. Kurz darauf konnte ein lutherischer Propst bestellt werden.

Reformation — Festumzug 20101539 — Reformation — Festumzug 2010 (Bild: 1/2)

1540-1572

Weinbau in Bernau
Nachdem das Bernauer Bier längst ein Verkaufsschlager war, wollten einige ihr Glück im Weinbau versuchen. Offensichtlich ohne großen Erfolg, denn nur etwa 30 Jahre lang wurde in Bernau Wein angebaut.

Weinbau — FestumzugWeinbau — Festumzug 2010

1542

Georg Rollenhagen (1542/Bernau – 1609/Magdeburg)
— Dichter, Lehrer und Prediger

Der spätere Gelehrte, der in Bernau geboren wurde, war in der Jugend von einem unersättlichen Wissensdurst erfüllt. Bereits mit 21 Jahren war er Schulrektor in Halberstadt. In seinem wohl bedeutendsten literarischen Werk »Froschmeuseler« hält er der Welt einen Spiegel vor.
[weitere Informationen]

Rollenhagen — Festumzug1542 — Georg Rollenhagen — Festumzug

1582/1583

Bau des Kantorhauses
Das Kantorhaus ist das älteste noch erhaltene Wohnhaus in Bernau. Ursprünglich bestand es aus zwei Höfen, zwei Gärten, die bis zur Stadtmauer reichten, einem Wohnhaus und drei Stallgebäuden. Es wurde dem Kantor und Organisten zur Verfügung gestellt.
[weitere Informationen]

KantorhausKantorhaus (Bild: 1/6)

1597-1638

Pestjahre raffen über die Hälfte der Einwohner hinweg.
Die schlimmste Pest hat es wohl 1597 gegeben, sodass der Begräbnisplatz an der St.-Marien-Kirche nicht mehr ausreichte und ein neuer (der jetzige alte Friedhof) eingerichtet wurde.

Pestjahre — Festumzug1597-1638 — Pestjahre — Festumzug

1617-1621

Hexenverfolgungen in Bernau
Den Chronisten zufolge gab es über zwanzig Hexenprozesse und sechzehn Hinrichtungen in Bernau. Anlass für die Anklagen waren oft Missgunst, Neid oder üble Nachrede. Seit 2005 steht neben dem Henkerhaus ein Denkmal für die Opfer der Hexenverfolgung in Bernau.

HexendenkmalDenkmal für die Opfer der Hexenverfolgung in Bernau

1627

Wallenstein in Bernau
Am 7. November 1627 war Wallenstein selbst in Bernau, ehe er in Kampfesmission gen Norden weiterzog. Durch den Dreißigjährigen Krieg sank die Einwohnerzahl von etwa 2.500 auf 700.

Wallenstein — Festumzug1627 — Wallenstein in Bernau — Festumzug

1632

Schwedenkönig Gustav Adolf in der St.-Marien-Kirche aufgebahrt
Von diesem Ereignis zeugt noch heute eine Gedenktafel in der St.-Marien-Kirche: „Nach urkundlicher Bezeugung sind die sterblichen  Überreste  des  in  der  Schlacht  bei Lützen am 16. November 1632 gefallenen Königs Gustav Adolf in dieser St.-Marien-Kirche am 17. Dezember 1632 aufgebahrt gewesen...“

 

Schwedenkönig — Festumzug1632 — Schwedenkönig Gustav Adolf in der St.-Marien-Kirche aufgebahrt — Festumzug

1651

Einführung ordentlicher Gerichtstage
1651 wurde verfügt, dass der Stadtrichter jeden Montag in der Gerichtsstube mit den Schöffen Gerichtstag zu halten hat. Seit 1457 wurde das Richteramt unter Obhut des Rates von einem eigens dazu berufenen Stadtrichter ausgeübt. Offenbar sollten derartig schwerwiegende Entscheidungen, wie sie ein Richter zu fällen hat, nicht mehr einem Einzelnen überlassen werden.
Der Bau eines Amtsgerichtsgebäudes erfolgte aber erst im Jahre 1902.

Keller Henkerhaus — GiftmörderKeller des Henkerhauses (Bild: 1/2)

1681

Tobias Seiler (1681/Bernau - 1741/Bernau)
— Stadtchronist und Pfarrer
1736 erschien Seilers Chronik von Bernau. Sechzehn Jahre lang schrieb er mit unermüdlichem Fleiß und großer Gewissen-haftigkeit die Bernauer Geschichte auf.
[weitere Informationen]

Tobias Seiler — Festumzug1681 — Tobias Seiler — Festumzug

1698

Apothekenprivileg
Am 31. März 1698 verlieh Kurfürst Friedrich III., der spätere Friedrich I. von Preußen, dem Apotheker Joachim Bork ein Privileg für eine Apotheke. Die Adler-Apotheke an der Bürgermeisterstraße hat zwar ihre Besitzer gewechselt, besteht aber bis heute.
[weitere Informationen zur Adler-Apotheke]

ApothekeAdler-Apotheke

1699

Französische Familien (Hugenotten) werden in Bernau aufgenommen
Das Edikt von Potsdam erleichterte den Hugenotten die Ansiedlung in Brandenburg. In Bernau wurde 1699 eine französische Kolonie gegründet. Die zugewanderten Hugenotten haben das Leben in der Stadt in vielerlei Hinsicht bereichert.

Hugenotten — Festumzug 2010 11699 — Hugenotten — Festumzug 2010 (Bild: 1/3)

1713

Kaiserliches Postamt
Diese Poststation war ein Zwischenhalt auf der großen Postroute »Berlin — Stettin« respektive »Pommern — Preußen«.
[weitere Informationen]

PostAltes Kaiserliches Postamt (Bild: 1/2)

1722

Letzte Hinrichtung an der Waschspüle
Vom ausgehenden Mittelalter bis 1722 wurde die Waschspüle als Ort der Vollstreckung von Todesurteilen verwendet. Als Form der Vollstreckung wurde hierbei die Säckung gewählt, bei der die Verurteilten in einen Ledersack gesteckt und ertränkt wurden. Die Dienstmagd Marie Danewitz, Tochter eines Bernauer Tagelöhners, wurde als letzte auf diese Weise hingerichtet.

Gennermann — Letzte Hinrichtung Waschspüle1722 — Letzte Hinrichtung an der Waschspüle (Grafik: Utz Gennermann)

1819

Einführung der Wochenmärkte
Marktrecht bestand schon lange vor der Einführung der Wochenmärkte. Es ist eines der ältesten Rechte Bernaus. Besonders beliebt waren die Krammärkte, weil dann in allen Tanzlokalen Tanzvergnügen angesagt waren.

 

Wochenmarkt — Festumzug 21819 — Einführung der Wochenmärkte — Festumzug 2010 (Bild: 1/3)

1827

Erster Handschuhmacher in Bernau
Der erste Handschuhmacher-Meister Peter Rieger hatte es dreißig Jahre mit wechselnden Konkurrenten zu tun und war 1857   wieder  der  einzige  Handschuhfabrikant.  Ende  des 19. Jahrhunderts war dieses Gewerk nach der Textilindustrie der wichtigste Industriezweig der Stadt. Die in Bernau hergestellten weißen Militärhandschuhe wurden in alle Gegenden Deutschlands verkauft.

Handschuhmacher — Festumzug1827 — Erster Handschuhmacher in Bernau — Festumzug
 
Datensätze 1 bis 30 von 60
1 | 2