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15. April 2013

Archäologische Funde bei Bauarbeiten in der Parkstraße

Parkstrasse_Bauarbeiten_und_ArchäologieVergangenheit und Zukunft nah beieinander: Während vorne archäologische Funde dokumentiert werden, gehen hinten die Bauarbeiten in der Parkstraße unvermindert weiter. (Bild: 1/5)

Direkt neben den Arbeiten am Rohrleitungsbau in der Parkstraße sind auch Archäologinnen am Werk. Sie kümmern sich um die Überreste eines Gebäudes aus dem 15. oder 16. Jahrhundert. Nachdem sie in der letzten Woche schon Alltagsgegenstände aus Horn und Knochen gefunden hatten, widmen sich die Expertinnen von der Archäologie-Agentur Dr. Dittrich und Geßner GbR aus Berlin nun dem Kellerbereich des Gebäudes.

„In Bernau gab es sehr viele Quellen, daher auch die Entwicklung zur Brauerstadt. Und als solche verfügte sie über außergewöhnlich viele Keller“, erklärt Archäologin Kerstin Geßner. Ihre Kollegin Nicole Wern steht derweil im Graben und zeichnet die Situation ab, wie sie sich den Wissenschaftlerinnen präsentiert. „Die Ziegel gehören zur Kellermauer des Hauses, allerdings schneidet das Gebäude ein noch älteres, das aus dem 12. bis 14. Jahrhundert stammen dürfte, also aus der Gründungsphase der Stadt“, so Wern. Für Laien als solches nicht zu erkennen, präsentiert sich das ältere Haus als schwarz-braune, lehmige Masse. Durchaus typisch für die damalige Zeit, denn die ersten Wohngebäude wurden aus Findlingen, Holz und Lehm gebaut.

Ein ständiger Kompromiss zwischen Archäologie und Tiefbau ist notwendig, denn parallel zu den Ausgrabungen gehen die Bauarbeiten für die Regenwasseranschlüsse einfach weiter. Ein paar Meter entfernt wird es schon wieder betriebsamer: „Die Kollegen vom Tiefbau werden sich gleich über die Gebäudefront des alten Hauses hermachen. Ich kann gar nicht hinsehen. Leider können wir nicht alles konservieren, schließlich ist eine bewohnte Stadt kein Museum“, meint Kerstin Geßner mit leicht gequältem Lächeln. Umso wichtiger ist es, das Gefundene der Nachwelt zu erhalten. Das Vermessen und Anfertigen von Plänen und Detailskizzen ist daher unverzichtbarer Teil der archäologischen Arbeit – und das meist unter Zeitdruck. Und schon wendet sich die Archäologin wieder in Richtung der Fundstelle.

 
 
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